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Deutsche Finanzinvestoren nehmen Österreich ins Visier

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von Harald Fercher | 16.08.2007 | 16:48

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Deutsche Finanzinvestoren nehmen Österreich ins Visier

Österreichs Private Equity Industrie bekommt Konkurrenz. Deutsche Finanzinvestoren entdecken die Alpenrepublik für sich. LMF-Käufer Equita, zum Imperium der Industriellenfamilie Quandt gehörend, plant weiteren Deal. DZ Equity startet mit eigener Niederlassung.

Stichwort: Evergreen-Fonds

Evergreen-Fonds sind offene Fonds ohne definierte Laufzeit und Volumen. Es können zur Kapitalbeschaffung stets neue Anteile ausgegeben werden. Evergreen-Fonds bleiben oft über eine längerere Laufzeit investiert als andere PE-Investoren.

Ja, Österreich ist interessant. Ohne Umschweife bringt Hans. J. Moock, Geschäftsführer der deutschen Beteiligungsgesellschaft Equita, das auf den Punkt, was Branchenkenner schon seit einiger Zeit beobachten. Die Alpenrepublik gerät zunehmend in den Fokus deutscher Beteiligungsunternehmen. Jüngstes Beispiel ist die Übernahme der Leobersdorfer Maschinenfabrik (LMF) durch die Equita, die mehrheitlich der Harald Quandt Holding, gehört. Zum Imperium der deutschen Industriellenfamilie Quandt gehört unter anderem auch BMW.

Für Equita ist der Einstieg bei der LMF aber nicht das erste Engagement in Österreich. Bereits im Januar 2005 stieg ein Equita-Fonds bei der bis 2003 an der Wiener Börse notierten AHT ein. Im Dezember 2006 wurde die Beteiligung dann an die Quadriga Capital, zu der auch die Palmers Gruppe gehört, weitergereicht.

Weiterer Deal in Vorbereitung

Die Übernahme der LMF ist aber beileibe nicht der letzte Equita-Deal in der Alpenrepublik. Denn "in Österreich gibt es sehr viele gute mittelständische Unternehmen mit gutem Management, die interessant sind", so Hans J. Moock. Equita versteht sich als Wachstumsfinanzierer, der mit seinen Evergreen-Strukturen, ohne Probleme auch längere Zeit bei einem Unternehmen investiert bleiben kann. Aktuell beschäftigt sich die Equita noch mit einem weiteren Projekt im Salzburger Raum.

Doch nicht nur Equita auch andere deutsche Beteiligungsgesellschaften sind in Österreich auf der Pirsch. Die bekannteste von ihnen ist derzeit wohl Arques, die kurz hintereinander die Textilgruppe Schöps, den Tankstellenausrüster Rohé und die in der elektronischen Anlagen­technik tätige SAG Austria-Gruppe übernommen hat. Ebenfalls zum Arques Imperium in Österreich gehört die österreichische Tochter des IT-Großhändlers Actebis.

Die Milliarden rollen

Geld ist jedenfalls genug vorhanden. Das zeigt die jüngste Statistik der Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Allein im zweiten Quartal haben die 139, in der BVK-Statistik zusammengefassten, deutschen Beteiligungskapitalfirmen neue Mittel in der Höhe von 1,527 Milliarden € aufgetrieben. Das ist mehr als fünfmal so viel als die gesamte österreichischen Private Equity-Industrie im Gesamtjahr 2006 auftreiben konnten (279 Millionen €) und die höchste Quartalssumme seit Start der BVK-Statistik im Jahr 2003. Schon im ersten Quartal flossen den deutschen Finanzkapitalisten 516,6 Millionen € zu.

Ein Gutteil der Mittel floss in Buy-out-Fonds. Im zweiten Quartal wurden drei grosse Buy-out-Fonds mit einem Volumen von mehr als 200 Millionen € "geclost", was nichts anderes bedeutet als das diese Fonds jetzt die Mittel zur Verfügung haben um weitere Deals zu finanzieren.

Weitere Gesellschaft steht ante Portas

Zu Arques und Equitas gesellt sich schon demnächst eine weiterer deutscher PE-Finanzier. DZ Equity, eine 100 Prozent-Tochter der deutschen DZ-Bank, hat gerade erst ein Büro am Wiener Graben angemietet. Offiziell wird die Wiener Aussenstelle zwar erst am 1. September eröffnet, doch DZ Equity ist schon im Vorfeld eifrig gewesen. In Altmünster ist die PE-Gesellschaft am Aluminiumunternehmen Illichmann beteiligt und in der Steiermark gehört Breitenfeld Edelstahl zum DZ-Portfolio. Olivier Weddrien, DZ Equity-Geschäftsführer zum WirtschaftsBlatt: "Österreich ist für unseren Beteiligungsansatz ein hervorragender Markt. Wir machen keine grossen Investments und bleiben längerfristig bei den Unternehmen drinnen." Im Schnitt investiert DZ Equity zwischen zwei und zwanzig Millionen €. Geld ist jedenfalls kein Thema. Das aktuelle Portfolio ist an die 750 Millionen € schwer. Wobei das Volumen nach oben eigentlich unbegrenzt ist, wie Weddrien meint. Die Beteiligungen müssen lediglich Sinn machen.

Auch von österreichischen Beteiligungsunternehmen wird bestätigt, dass in Österreich vermehrt deutsche Investoren mitspielen. Thomas Jud von der Invest Equity: "Wir merken derzeit eine erhöhte Aktivität deutscher PE-Firmen." Für Jud ist das aber kein Problem. Im Gegenteil: Manche Firmen haben durch ihr Wachstum einfach einen erhöhten Finanzbedarf, und da sind deutsche Kapitalgeber mit ihren weit grösseren Finanzreserven durchaus attraktive Pertner.

 

 

 

 

 

 

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