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Dialog-backdrop Energie AG-Tochter verstärkt ExpansionDie Entsorgungs-Division der oö. Energie AG, die AVE, erhöht das Expansionstempo. Unterstützt wird sie dabei von der Mutter, die nach der Absage des Börsegangs deutlich mehr liquide Mittel hat. Anlässlich eines Pressegespräches lässt Energie AG-Vorsitzender Leo Windtner mit einer Rechnung aufhorchen, die den "Plan B" in einem geradezu "goldenen" Licht erscheinen lässt. "Wenn das Private Placement der Anteile der Energie AG in der geplanten Form durchgeführt wird, dann wird die Energie AG über genug frisches Geld für die Investitions- und Expansionspläne verfügen. Unabhängig vom IPO kann bereits jetzt festgestellt werden, dass sich an der Investitionsstrategie der Energie AG nichts ändern wird", erläutert Windtner. Mehr Geld ohne IPO In konkreten Zahlen bedeutet das: Das IPO hätte der EAG geschätzte 200 bis 220 Millionen Euro in die Kassen gespült. Wenn nun die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die Oberbang, Tiwag, Linz AG, Privatiers und eventuell Verbund Anteile an der Energie AG übernehmen, sollen es rund 300 Millionen Euro sein. "Aus dem Cash Flow kommen nochmals jährlich zwischen 250 und 300 Millionen €", so Windtner, die ebenfalls für Investitionen genutzt werden können. Hinzu kommt, dass das Programm zur Mitarbeiterbeteiligung fortgeführt wird. Die Probleme mit dem Land Salzburg hält Windtner für lösbar: "Ich gehe davon aus, dass es zu einer vernünftigen Verhandlungslösung kommt, aber das wird politisch entschieden." "Wachstumsmaschine" Entsorgung Wohin die Mittel aus dem Private Placement, unter anderem, fließen sollen, ist ebenfalls klar. Unter anderem wird damit die Tochter AVE bei der Expansion unterstützt. "Die Entsorgung hat sich zur ,Growth Engin' des Konzerns entwickelt", erläutert Windtner. Vorteile für die AVE sieht Geschäftsführer Helmut Burger in der Arbeitsweise des Unternehmens einerseits und in der Position als Konzerntochter andererseits. So agiert die AVE durch Gründung eigener Niederlassungen in jedem Land als "regionaler" Anbieter, der "auf Augenhöhe" mit den Kommunen und Bürgermeistern verhandelt und nicht als multinationaler Konzern. Umsatzverdoppelung geplant Entsprechend ambitioniert sind die Ziele. "Mittelfristig ist bis 2015 geplant, den Umsatz der AVE zu verdoppeln. Parallel dazu soll eine zweistellige Marge erzielt werden" skizziert Burger. Im Geschäftsjahr 2006/2007 erzielte die AVE einen Umsatz von gut 295 Millionen €. Die Bedeutung Österreich als Heimmarkt wird dabei zurückgehen. Derzeit erzielt die AVE Österreich rund 70 Prozent des Umsatzes, in Ungarn 11 und in Tschechien 9 Prozent. Mittelfristig soll der Anteil Österreichs am Umsatz auf 60 Prozent zurückgehen. Getrennt marschieren, ... In der Förderung der Entsorgungs-Tochter sieht EAG-Chef Windtner außerdem Chancen für den Gesamtkonzern: "Die AVE-Aktivitäten erweisen sich immer öfter als ,Door opener' für den Bereich Energie in Osteuropa. Die Bürgermeister unserer Partnergemeinden bei PPP-Projekten schätzen das One Stop Shop-Konzept der Energie AG für Energie, Wasser und Entsorgung. Ein weiterer Vorteil der AVE bzw. der Energie AG liegt darin, dass wir bei allen unseren Medien (Energie, Wasser, Entsorgung; Anm. d. Red.) jeweils entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgestellt sind. Damit sind wir ein Full Service-Provider." In Tschechien plant die AVE dafür unter anderem eine Sondermüll-Verbrennungsanlage mit einer Jahreskapazität von 20.000 Tonnen. Hausaufgaben für die Politik Einen Grund für einen solchen Schritt ortet Windtner auch in der zunehmenden Verschärfung der Klimafrage. Dabei setzt er auf einen duale Gangart. So gibt es in Osteuropa nach dem EU-Beitritt zahlreicher Länder nicht nur in Sachen Entsorgung einen enormen Nachholbedarf. Auch bei den Klimaschutzbemühungen ortet Windtner massiven Nachholbedarf. Teile der zur Verfügung stehenden Mittel könnten daher von der Energie AG auch dort in die Energieerzeugung investiert werden. Wobei Windtner in diesem Zusammenhang dringenden Handlungsbedarf von der heimischen Politik fordert: "Die Kyoto-Ziele in Österreich zu erreichen wird sehr schwer. Ohne einen nationalen Schulterschluss, der auch noch einmal den Bau mittlerer und größerer Wasserkraftwerke ins Auge fasst, sind diese Ziele meiner Meinung nach nicht zu erreichen. Zur Erreichung der Klimaziele in Österreich ist ein legistischer Kraftakt notwendig. Da lassen wir nationalökonomisch enorm viel Power liegen. Jedes Kraftwerk im Land trägt außerdem maßgeblich zur Versorgungssicherheit Österreichs bei. |
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