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Dialog-backdrop Kartellwächter ermitteln wegen Milch gegen Hofer, Rewe und SparDie Bundes-Wettbewerbsbehörde wird Untersuchungen wegen des Verdachts auf Preisabsprachen bei der Milch gegen mehrere Lebensmittelketten einleiten. Der Milchpreis stößt den Kartellwächtern sauer auf. „Wir ermitteln in Sachen Milch-Preisabsprachen gegen Handel und Molkereien", bestätigt Theodor Thanner, Chef der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), dem WirtschaftsBlatt. Der Verdachtsmoment: Beim so genannten „Milchgipfel" Anfang Juni sollen Preise ausverhandelt worden sein. Beteiligte dementieren Bei diesem Gipfel trafen sich wie berichtet Vertreter der Landwirtschaftskammer, des Handels (Hofer, Rewe und Spar) und der Molkereien, um einen Weg aus dem Milchboykott zu suchen. Die Beteiligten dementierten gestern jegliche Preisabsprache. Besonders die Arbeiterkammer hat in den vergangenen Wochen immer wieder auf Untersuchung der Preise gepocht. Ernst Halbmayr, Obmann der IG Milch, die rund 6000 der insgesamt 50.000 Bauern vertritt, stellt fest: „Bei den Eigenmarken sind die Milchpreise pro Packerl in den diversen Supermärkten gleich hoch." Trotzdem glaubt die IG Milch nicht an Preisabsprachen, sondern vielmehr an den Wettbewerb. „Senkt ein Supermarkt den Preis, zieht der andere nach", so Halbmayr. Spar-Sprecherin Nicole Berkmann sagt: „Wir stehen den Ermittlungen gelassen gegenüber, denn wir haben nichts zu verbergen. Preisabsprachen gibt es nicht." Hofer-CEO Armin Burger wollte keinen Kommentar abgeben. Corinna Tinkler, Sprecherin der Rewe Group Austria mit den Marken Billa, Penny und Merkur, bestätigt: „Es stimmt, es gibt ein Auskunftsverfahren der Behörde. Wir werden selbstverständlich die Fragen beantworten. Die Rewe Group Austria möchte aber betonen, dass die Preise am Markt und nicht bei Gipfeln gemacht werden. Es gibt keine Preisabsprachen, das lässt der Markt gar nicht zu." Auch Johann Költringer vom Verband der österreichischen Milchverarbeiter (VÖM) will von Absprachen nichts wissen. Bauern regen sich auf Zum Hintergrund: Indirekter Auslöser der Diskussion um den Milchpreis war der Aufschrei der Bauern. Ihre Argumentation: Trotz gestiegener Produktionskosten werde der Preis nicht angepasst. Laut eigenen Angaben fahren sie pro Liter einen Verlust von neun Cent ein. Der Handel gebe andererseits die Preissteigerungen nicht an die Lieferanten weiter. Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Branchen…
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Marktmacht bezieht sich auf Lieferanten - nicht auf Konsumenten
Dass die großen drei des LEH eine gewaltige Marktmacht besitzen, die mit jedem Verschwinden einer Handelskette vom Markt (Konsum, Meinl, jetzt Adeg und Zielpunkt) größer wird, ist eine Tatsache. Doch nicht die Konsumenten leiden darunter, sondern die Produzenten. Mit der Drohung einer möglichen Beendigung der Listung lässt sich gewaltiger Druck ausüben. Denn ohne REWE, Spar und Hofer bleibt einem guten Teil der Lebensmittelerzeuger nur die Möglichkeit des Zusperrens.
Von Gast: Gast: BMK am 20.06.2008 um 08:47
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