von Christian Kreuzer | 12.06.2009 | 08:56
"Die Sparkassen haben kein Kostenproblem"
Gespart werden muss trotzdem, erklärt Michael Ikrath, Generalsekretär des Sparkassenverbands. Derzeit durchleutet McKinsey die Institute, um Einsparungspotenzial zu orten.
Die Wirtschaftskrise wird die Ertragslage auch der heimischen Sparkassen deutlich schmälern. Die Kreditausfälle, die sich noch immer auf einem niederigen Niveau bewegen, werden in Folge der zu erwartenden Insolvenzen deutlich anziehen. „Uns steht ein heißer Herbst bevor“, sagt Michael Ikrath, Generalsekretär des Sparkassenverbands. Er rechnet damit, dass die Risikokosten massiv steigen werden.
Erste-Chef Andreas Treichl gab der Erste Group und den Sparkassen vor wenigen Wochen eine klare Marschrichtung vor: Sie müssen entweder mehr verdienen oder die Kosten senken. Den Ertrag zu steigern wird angesichts der Situation auf den Finanzmärkten schwierig sein. Bleibt nur an der Kostenschraube zu drehen. „Die Sparkassen haben kein Kostenproblem“, stellt Ikrath fest. Denn bereits in den vergangenen Jahren haben die mehr als 50 Institute sowohl die Personal- als auch Sachkosten runtergefahren.
Ein bisserl Speck
Dennoch durchleuchtet im Moment das Beratungsinstitut McKinsey die Sparkassen und Erste, um Einsparungenpotenziale zu orten. „Ein bisserl Speck ist überall noch drinnen“, räumt der Generalsekretär ein. Ein Volumen, wie hoch die Kosten gesenkt werden soll, gibt es allerdings nicht, eine Senkung ist innerhalb des Sektors ein „work in progress“.
Einige Sparkassen haben an mehreren Fronten zu kämpfen, weil sie sich verspekuliert haben. Insbesondere die großen Institute wie Tiroler und Salzburger Sparkasse hatten einen hohen Wertpapier-Bestand, der umfangreiche Wertberichtigungen in der Krise zur Folge hatte. Härter traf es die Weinviertler Sparkasse, die von der Erste Bank übernommen werden musste. Daher fordert der Sparkassen-Generalsekretär eine Rückbesinnung auf das „Groschen-Geschäft“. „Die Vergabe von Kredite an die lokale Wirtschaft ist unser Kerngeschäft. Für die müssen wir uns als zuverlässiger Partner erweisen“, so Ikrath.
Er fordert zusätzlich, dass die Behörden Druck von den Banken nehmen, indem die Eigenmittel-Regelung gelockert wird. Gerade bei guten Unternehmen, deren Bonität zurückgestuft wird, soll es eine Reduktion geben. Vor Herbst ist jedoch keine Entscheidung zu erwarten.
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