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Treichl: "Haben das Ansehen von Politikern"

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von APA / joa | 09.09.2009 | 12:37

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Treichl: "Haben das Ansehen von Politikern"

Erfolgsprämien sollen begrenzt werden? Bankmanager wollen sich lautstark dagegen wehren. Erste-Bank Chef Treichl kann Eingriffen dagegen offenbar etwas abgewinnen.

Andreas Treichl macht sich Gedanken um das Ansehen der Branche

Facts

CEE wird wieder Wachstumsmotor
"Es ist möglich, dass wir das Ärgste überstanden haben könnten", sagt Andreas Treichl auf die Frage, wie es der Region Zentral- und Osteuropa derzeit gehe. Bis Mitte 2010 sei mit keiner deutlichen Besserung zu rechnen. Die Region CEE werde aber in kurzer Zeit wieder für ganz Europa der Motor für Wachstum sein. Dazwischen gebe es noch einige harte Quartale mit steigender Arbeitslosigkeit.

Zitiert

Walid Chammah, Morgan Stanley

Wir sind gegen absolute Obergrenzen für Gehälter

Zitiert

Andreas Treichl, Erste Bank

Es ist das falsche Signal, sich vor Ende der Krise wieder für höhere Boni einzusetzen

Zitiert

HSBC-Chef Stephen Green

Der öffentliche Zorn auf die Bankervergütung, die um ein vielfaches über der von Arbeitern liegt, ist nachvollziehbar

Die Banken wollen sich die Freiheit bei der Festlegung von Erfolgsprämien nicht nehmen lassen und wehren sich gegen staatlich verordnete Bonus-Obergrenzen. "Grundsätzlich ist es nicht Sache des Staates, was ein Unternehmen seinen Angestellten an Gehalt zahlt", sagte der Präsident des Deutschen Bankenverbands, Andreas Schmitz, am gestrigen Dienstag bei der "Handelsblatt"-Bankentagung in Frankfurt. Leistungsabhängige Bezahlung sei ein wichtiges Führungsinstrument.

Noch schärfer formulierte es Walid Chammah, Co-Präsident der US-Investmentbank Morgan Stanley: "Wir sind gegen absolute Obergrenzen für Gehälter." Alexander Dibelius, Deutschlandchef von Goldman Sachs, warnte sogar vor einem Einstieg in die "Planpersonalwirtschaft". Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht nach über zwei Jahren Finanzkrise zwar grundsätzlich Veränderungsbedarf bei den Vergütungssystemen. Er hält Prämienzahlungen aber für unerlässlich zum Anheuern von Top-Bankern.

Treichl mahnt Mäßigung ein

Erste-Group-Chef Andreas Treichl redete dagegen seinen Branchenkollegen ins Gewissen. Es sei das falsche Signal der Branche, sich vor Ende der Krise bereits wieder für höhere Boni stark zu machen, so Treichl. Er warf seinen Branchenkollegen vor, die Augen vor den Problemen zu verschließen. Früher sei Banker einer der angesehensten Berufe gewesen, heute liege das Ansehen auf dem Niveau von Politikern. Treichl: "Ich bin der Meinung, dass wir das nicht ernst genug nehmen." Er halte zwar wenig von staatlichen Eingriffen, verstehe jedoch, dass der Staat eingreifen müsse, wenn die Banken nicht in der Lage seien, sich selbst zu regulieren. "Wenn die Manager in den Finanzinstitutionen nicht in der Lage sind angemessene Bezahlungen für angemessene Leistung zu verordnen, dann gehören sie gefeuert", so Treichl.

Auch der HSBC-Verwaltungsratschef Stephen Green zeigte Verständnis für die Wut der Bevölkerung auf die Finanzbranche. "Der öffentliche Zorn auf die Bankervergütung, die um ein vielfaches über der von Arbeitern liegt, ist nachvollziehbar", sagte Green. "Die Banken müssen zu einer neuen Wertvorstellung finden", sagte er.

 Ähnlich formulierte es Urs Rohner, zweiter Mann bei der Credit Suisse: "Wir werden alle hart daran arbeiten müssen, verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen." Die Vergütungssysteme hätten Anteil daran gehabt, dass Vertrauen in die Finanzwirtschaft verloren gegangen sei, sagte der Chef des Deutschen Bankenverbands, Schmitz. Künftig dürfe Misserfolg nicht mehr honoriert werden. Doch leistungsabhängige Bezahlung sei ein wichtiges Führungsinstrument für jedes Institut.

"Der Krieg um Talente ist wieder in vollem Gang", beschrieb Deutsche-Bank-Chef Ackermann die Lage. Prämienzahlungen seien unerlässlich, um Top-Banker anzuheuern. Was Erste-Chef Treichl zum Widerspruch veranlasste: "Ich wäre froh, wenn es im Investmentbanking etwas weniger Talente geben würde. Das würde uns eine Menge Ärger ersparen."

Größere Banken braucht das Land

Deutsche-Bank-Chef Ackermann betonte die Notwendigkeit einer weiteren Konsolidierung in Deutschland. Gerade wegen der Zersplitterung des Marktes hätten viele deutsche Banken ihr Heil im Kreditersatzgeschäft gesucht und seien so in Probleme geraten. Die USA hätten die Krise genutzt, um größere Banken zu formen. "Wir hingegen sind heute eigentlich wieder da, wo wir vor der Krise waren", zeigte sich Ackermann laut "Handelsblatt" enttäuscht.

Unterstützung erhielt er in dieser Frage von Erste-Chef Treichl: Politiker und Banker sollten darüber nachdenken, das starke Investment-Banking der Deutschen Bank mit dem Privatkundengeschäft der Sparkassen zu kombinieren, empfahl Treichl. "Europa leidet darunter, dass die Banken in Deutschland nicht mit der Struktur der Industrie mithalten können."

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8 Kommentare

Gib dem Banker, was des Bankers ist!

Und Ende mit dem Neidgeraunze!

Von Gast: Gast: Alexander Barti am 10.09.2009 um 12:44

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Re: Danke Barti! ;-)

Von Gast: Gast: Manni am 10.09.2009 um 14:07

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Na klar

Manager von Großunternehmen agieren im politischen Umfeld Hand in Hand mit der Politik. Oft genug sind sie selbst politisch bestens vernetzt. Und Risiko, genauso wie Politiker, tragen sie als "Managerbeamte" meist keines. Kein Wunder, dass sie das Ansehen von Politikern "genießen". Wirklich ein besseres Ansehen verdienen nur echte Unternehmer, die auch dem vollen Unternehmerrisiko ausgesetzt sind.

Von Gast: Gast: Managerbeamte am 10.09.2009 um 10:28

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Gagenkaiser haben keine Moral

Immer wieder wird bei der Bezahlung von Bankern auf ihre große Verantwortung hingewiesen. Nur ein Lokführer eines Personenzuges hat die Verantwortung für zahlreiche Menschenleben und wird trotzdem nicht gut bezahlt.

Und übrigens, Gagen jenseits 1 Mio Euro sind meiner Meinung nach einfach unmoralisch. Schauen wir 20 Jahre zurück und wir werden in Österreich kaum einen Manger finden der damals, auch inflationsbereinigt, nur annähernd so viel verdient hat.

Wir als Gesellschaft sind dazu aufgerufen solche "Gagenkaiser" samt den dafür verantwortlichen Aufsichtsräten in den Unternehmen gesellschaftlich zu ächten! Wie wärs wenn vom Stehplatz in der Oper regelmäßig der "Schlachtruf" ertönen würde GAGENKAISER RAUS!!!!!

Von Gast: Gast: böser-wolf am 09.09.2009 um 19:39

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Keine Geldboni sondern Aktienanteile

Das Problem ist, dass die Leistung nicht nachhaltig genug ist. Wenn sich die Manager einig sind, dann können sie ein Unternehmen ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Ich erinnere mich noch an den Enron Skandal, wo der Chef sich 300 Mio Boni, die Nr2 sich 150 Mio Boni und weitere noch viele 100 Mio aus dem Unternehmen rausgenommen haben. Wenn dann die Firma bankrott geht, dann müssen sich die Eiegntümer und Lieferanten mit den Verlusten herumschlagen. Daher kein Geld auszahlen, sondern nor Beteiligungen ausschütten.

Von Gast: Gast: tdm am 09.09.2009 um 16:40

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die Sache mit dem "vielen Geld"

... mag schon stimmen, aber bitte: Verantwortung? Welche bitte? wenn was schief läuft, wie jetzt, machen die Leute einen "Seitensprung" und die Verantwortung steht ohne Verantwortliche im Raum: ich bins nicht gewesen ... Und cashen weiter volle ab. Das ist es, was den Bürgern "gegen den Strich geht"!

Von Gast: Gast: markus trullus am 09.09.2009 um 14:47

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.......


Hr. Treichel leistet schon einiges warum soll er dafür nicht ordnungsgemäß bezahlt werden. Er arbeitet sicher rund um die Uhr, ob er so wie ich nach er Arbeit einfach zur Familie heimkehrt, ich glaube nicht.

Es ist immer die Rede darüber, dass die Manager so viel abcashen was auch richtig ist, nur bedenke man auch die Verantwortung die man dadurch hat.

Ich würde es für fair empfinden, wenn man den Angestellten mal eine ordentliche Leistungszahlung gibt.

Ohne gute Angestellte kann so ein Unternehmen nicht existieren, also nicht am falschen Fleck sparen.

Als Arbeitgeber muss man Interessant bleiben um gute Leute behalten zu können.

Von Gast: Gast: Guest am 09.09.2009 um 13:43

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Re: Zeit/Geld/Gagen

Denke auch, dass man Treichl nicht's neidig sein soll. Viel Arbeit, keine Freizeit, viel Talent, viel Kompetenz, viel Verantwortung, viel Geld. Wer auf die 6 Sachen steht (bzw. wer sie besitzt), soll sich als nächster Erste Bank-GD bewerben... fragt sich nur WANN man das viele Geld dann ausgibt. ;-)
Prämienzahlungen: Für gute Leute, die durch geistige Glanzleistungen dem Unternehmen Gewinne bescheren, kann man ruhig und angemessene (!) Summen ausschütten, um die Leute auch zu halten. Leute, die Verluste verursachen dürfen freilich KEINE Prämien bekommen... Komm mir jetzt schon ein bisschen blöd vor, wenn ich das hier zu erklären veruche... das muss ja eh jedes Kind, jeder Bankenr und jeder Politiker (mit Hausverstand) verstehen!

Von Gast: Gast: Manni am 09.09.2009 um 14:18

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