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Der Exportmarkt für Bio-Lebensmittel wächst

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von Beatrice Bösiger | 23.11.2009 | 21:29

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Der Exportmarkt für Bio-Lebensmittel wächst

In einigen Ländern übersteigt die Nachfrage das Angebot von biologischen Produkten.

dpa

Bio ist in - das Interesse der Exportwirtschaft ist geweckt

Facts

Bio-Richtlinien
Als biologisches Lebensmittel darf in der EU nur bezeichnet werden, was gemäß Öko-Verordnung der EU produziert wurde. Dazu müssen mindestens 95 Prozent aller Zutaten aus biologischem Anbau stammen. Die Verordnung regelt laut der deutschen Verbraucherschutzorganisation foodwatch u. a. Fragen, die den Tierschutz betreffen, die Einfuhr von Produkten aus Drittländern, und welche Zusatzstoffe verwendet werden dürfen. In Deutschland wurde ein staatliches Bio-Siegel eingeführt. In Österreich läuft das Siegel unter der Bezeichnung „Bio Austria“, in der Schweiz als „Bio Suisse“. Einzelne Verbände, z. B. Demeter oder Ecovin, haben Bio-Richtlinien, die noch über die EU-Verordnung hinausgehen.

Das Interesse der Konsumenten an biologischen Produkten steigt. Der Bedarf kann jedoch nicht überall aus lokaler Produktion befriedigt werden. In einigen Ländern übersteigt die Nachfrage das Angebot. Dazu gehören zum Beispiel Österreich, Tschechien, die Schweiz und Frankreich. Dies macht Bioproduktion wiederum auch für die Exportwirtschaft interessant.

Vor allem Frankreich importiert viele Bioprodukte: "Rund die Hälfte des ganzen Bedarfs", sagt Burkhard Schaer vom Marktforschungsunternehmen Ecozept. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr den "Organic Retail Report Europe" veröffentlicht. Dass die Bio-Produktion in Frankreich nicht so recht vom Fleck kommt, liegt nach Ansicht des Marktforschers an der eher halbherzigen Unterstützung der französischen Biobauern durch die Politik. Anders die Situation in Österreich oder Deutschland: Mit staatlichen Programmen wird Bioanbau gefördert. So fördert hierzulande das Öpul-Programm den Umstieg von konventioneller auf biologische Landwirtschaft.

Österreich exportiert vor allem Bio-Wein und -Milch. Letztere findet hauptsächlich in Deutschland Absatz. Vor allem Discounter zeigen sich interessiert, da österreichische Biomilch günstig angeboten wird. Im Gegensatz zum konventionellen Milchmarkt, wo sich trotz Quote in Europa Angebot und Nachfrage nicht eingependelt haben, ist bei Biomilch der Preis nicht so stark abgesackt. Schaer: "Bei den Bioproduzenten hat eine grenzüberschreitende Organisation funktioniert." Preislich liegen Bioprodukte in Deutschland immer noch 25 bis 30 Prozent über einem konventionellen Top-Produkt. Es zeigen sich jedoch starke Unterschiede zwischen den Ländern: "In Frankreich muss für Bioprodukte um 50 Prozent mehr bezahlt werden", sagt Schaer.

Bio ist nicht gleich lokal

Entgegen vieler Theorien, Konsumenten würden in der Krise die teureren Bioprodukte meiden, geht es der Branche gut. Schaer: "Die Konsumenten greifen zum Bioplan B." Anstatt sich beim hochpreisigen Bio-Spezialist einzudecken, werden die etwas günstigeren Biomarken beim Diskonter gekauft.

Wie hoch nun genau der Anteil von Bio an den exportierten Lebensmitteln ist, darüber schweigt sich die Statistik aus, sagt Erika Karner, Bio-Koordinatorin bei der AMA-Marketing. So bietet Rewe die Ja!Natürlich Produkte zum Beispiel auch in Italien, Tschechien und der Slowakei an. Rund 85 Prozent der Produkte stammen aus Österreich, gibt der Konzern auf Anfrage als Antwort. Aus dem Ausland wird vor allem importiert, was hierzulande nicht wächst, beispielsweise Kaffee, Gewürze, Kakao, Ananas oder Bananen. Diese würden jedoch denselben Qualitätsansprüchen genügen, wie Bioprodukte aus Österreich.

In der Biobranche wird Regionalität immer ein größeres Thema. Vor die Wahl gestellt, ziehen laut "Organic Retail Report Europe" 54 Prozent der befragten Konsumenten ein konventionelles Produkt, welches regional produziert wurde, einem importierten biologischen vor - Stichwort: CO2-Bilanz. "Ein Bio-Siegel auf der Verpackung bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt auch in Österreich produziert wurde", sagt Karner.

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