Handel schwingt sich schon in die fünfte KV-Runde
Die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 520.000 Beschäftigte im heimischen Handel gehen heute, Freitag, in die 5. Runde. Erstmals wollen die Händler besser als die Metaller abschließen, die sich in besonders schwierigen Verhandlungen auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 1,45 und der Mindestlöhne um 1,50 Prozent geeinigt hatten.
Überschattet wird die Handels-KV-Runde von Protestaktionen auf der Wiener Mariahilfer Straße. "Wir steuern auf einen ernstzunehmenden Konflikt im Handel zu", sagte Arbeitnehmer-Verhandler Manfred Wolf im Vorfeld der heutigen Gespräch. Die Arbeitgeber würden trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung bei den Handelsunternehmen versuchen, "billig davonzukommen".
Sollte es heute zu keinem Gehaltsabschluss kommen, ist laut Gewerkschaft der weitere Verlauf der KV-Gespräche völlig offen. Klar sei, dass man in diesem Fall nicht zur Tagesordnung übergehen könne und das Weihnachtsgeschäft nicht ungestört verlaufen werde.
2008 wurde eine Erhöhung der Gehälter im Handel um 3,6 Prozent (ab 1.400 Euro brutto) bzw. 3,7 Prozent beschlossen - bei einer Teuerung von damals 3,2 Prozent. Vor drei Jahren haben sich die KV-Verhandlungen im Handel schon einmal bis zum Ende zugespitzt. Auch damals wurde erst in der Nacht auf den ersten Einkaufssamstag eine Einigung erzielt.
(APA)
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