von Esther Mitterstieler | 02.01.2010 | 09:00
Hypo als Weckruf, um Rolle des Staates zu überdenken
Ex-Wirtschaftsminister Johannes Ditz vergleicht Verstaatlichtenpolitik der 80er-Jahre mit aktueller Situation. Warum der Staat nur kurzfristig ein „guter Unternehmer" sein kann und wie der Haushalt saniert werden muss, zeigt Johannes Ditz, Präsident der Raab-Stiftung, auf.
WirtschaftsBlatt: Wie ist es um das Image des Bankenplatzes Österreich nach der Hypo Alpe Adria-Affäre bestellt?
Johannes Ditz: So ein Fall tut einem kleinen Land wie Österreich imagemäßig natürlich nicht gut. Die Hypo ist eine Art Weckruf, insofern, wie viel Geld in kurzer Zeit hier eingeschossen wurde: 800 Millionen € Staatshilfe plus 500 Millionen €, die nachgeschoben wurden - und damit ist es nicht getan. Das sind also bisher rund 1,3 Milliarden €, in alten Schilling rund 18 Milliarden. Das ist fast die Hälfte der 37 Milliarden Schilling, die wir in den 80er-Jahren zur Sanierung der gesamten verstaatlichten Industrie aufwenden mussten.
Das war ja auch kein Lärcherl.
Nein, aber im Gegensatz zur Verstaatlichten, bei der eine völlig neue Positionierung der Unternehmen geschaffen wurde, hat man bei der Hypo-Rettung nur das gesamte Geld aufgewandt, um negative Auswirkungen auf die Reputation des Bankenplatzes Österreich möglichst zu vermeiden. Das ist verlorenes Geld. Es entsteht nichts Neues, sondern es geht nur um Schadenbegrenzung.
Zu fragen ob man die Hyp Kärnten hätte fallen lassen sollen, wie man mit den Staatsschulden umgehen kann und ob eine Verwaltungsreform eine Chance hat, lesen Sie die Antworten im WirtschaftsBlatt vom Montag.
Kommentare… Kommentar hinzufügen…