von Manfred Mader | 07.01.2010 | 17:04
Nexus One: A1, T-Mobile und 3 rittern um das Google-Handy
Mit dem Start des neuen Google-Handys und dem Auslaufen der Exklusiv-Vertriebsrechte für das iPhone werden die Karten im heimischen Mobilfunkgeschäft neu gemischt.
Ab Mitte des Jahres soll das Nexus One auch in Österreich erhältlich sein
Facts
Exklusivrechte für iPhone-Vertrieb laufen aus
Nicht nur der Verkaufsstart für das Google-Phone Nexus One wird heuer den heimischen Mobilfunkmarkt gehörig durcheinanderwirbeln. Wie dem WirtschaftsBlatt von mehreren Betreibern bestätigt wurde, enden heuer die Lizenzen von T-Mobile und Orange, um das iPhone exklusiv zu verkaufen. Die Mobilkom führt bereits Verhandlungen mit Apple, um danach ebenfalls den Verkaufsschlager anbieten zu können.
Auch Hutchison 3G steht schon in den Startlöchern. „Sobald die Exklusivverträge enden, möchten wir auch mit dem iPhone-Verkauf starten. Das Handy passt einfach perfekt zu unserer Philosophie“, so Hutchison-Sprecherin Maritheres Paul.
Hutchison 3G verkauft in anderen Ländern wie Italien bereits seit längerem das iPhone, in Österreich war dies auf Grund der Rechte von T-Mobile und Orange bislang nicht möglich.
Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Google hat am Firmensitz im kalifornischen Mountain View das mit Spannung erwartete Google Smartphone Nexus One vorgestellt. Es gilt in der Branche als erster ernstzunehmender Herausforderer für das iPhone von Apple.
Das Gerät wird vermutlich ab Mitte des Jahres in Europa erhältlich sein. Jetzt rittern die Mobilfunkbetreiber um die exklusiven Verkaufslizenzen. Ein Rundruf des WirtschaftsBlatts bei den heimischen Betreibern hat ergeben, dass in Österreich das Match zwischen Marktführer Mobilkom, T-Mobile und Hutchison 3G ausgefochten wird. „Ja, wir führen Gespräche mit Google, um das Nexus One zu vertreiben", bestätigt A1-Sprecher Werner Reiter. Die Verhandlungen führt Kooperationspartner Vodafone. Auch T-Mobile und Hutchison 3G bestätigen Gespräche, sie werden jeweils von den Unternehmenszentralen in Bonn und Hongkong geführt.
Nur Orange zeigt kein Interesse: „Das sehr restriktive Geschäftsmodell von Google ist - auch für den Endkunden - wenig attraktiv. Zudem haben wir Bedenken, wenn Google über das Smartphone zu Kundendaten kommt, die das Unternehmen vermarkten kann", so Orange Österreich-Chef Michael Krammer. Der drittgrößte Betreiber am heimischen Markt möchte statt dem Nexus One in den nächsten Monaten weitere Smartphones von anderen Produzenten auf den Markt bringen, die aber ebenfalls auf dem Google-Betriebssystem Android basieren.
Gutes Geschäft
Im Privatkundengeschäft ist es für die Mobilfunkbetreiber von immenser Bedeutung, das jeweils angesagteste Smartphone im Programm zu haben. T-Mobile hatte in Österreich als erster die Lizenz für den Vertrieb des iPhones und konnte innerhalb von fünf Monaten rund 100.000 Stück verkaufen. Ein paar Monate nach T-Mobile bekam auch noch Orange eine Lizenz. Ein gutes Geschäft für die Mobilfunker ist das iPhone vor allem, weil die iPhone-Besitzer eine weit höhere Datennutzung haben als Durchschnittskunden. Laut T-Mobile-Chef Robert Chvatal surft ein iPhone-Kunde im Schnitt um ein Drittel mehr als andere Smartphone-Besitzer. Mit dem Preis für Sprachtelefonie im Keller ist die Datennutzung jener Bereich, in dem sich noch gutes Geld verdienen lässt.
Startvorteil für A1
Die Mobilkom dürfte bei den Verhandlungen um die Vertriebslizenz für das Nexus One einen leichten Startvorteil haben. Denn Kooperationspartner Vodafone hat sich schon die Lizenz für Großbritannien gesichert. In Blogs wird auch bereits berichtet, das Vodafone das Nexus One nach Deutschland bringen wird.
Auf der anderen Seite hat sich die US-Tochter von T-Mobile die Rechte gesichert, als einziger Mobilfunkbetreiber das Nexus One in den USA zu vertreiben. Mit einem Zweijahres-Vertrag ist das Gerät dort ab sofort für 180 Dollar (125 €) zu haben.
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