Donnerstag, 18. März 2010 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Mehr Privatwirtschaft für's Gesundheitssystem

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Thomas Pressberger | 05.02.2010 | 10:57

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Mehr Privatwirtschaft für's Gesundheitssystem

Experten vermissen den privatwirtschaftlichen Ansatz bei der Reform des Gesundheitssystems. Demnach würden Manager in den Krankenhäuser ordentlich aufräumen.

Colourbox

Ein gesteuerter Wettbewerb, geregelt durch einen klaren Versorgungsauftrag, soll das Gesundheitssystem heilen

Facts

Kostenexplosion
Das Budget des Gesundheitssystems beläuft sich je nach Berechnung auf 27 bis 30 Milliarden €. Davon zahlt der Staat 20 bis 22 Milliarden €, der Rest sind Selbstbehalte. Die Spitalskosten belaufen sich auf zehn bis elf Milliarden € und sind in den letzten Jahren durchschnittlich um vier bis fünf Prozent angestiegen.

2009 gab es allerdings eine Steigerung von sieben bis acht Prozent. Die Krankenkassen erhalten heuer 100 Millionen € aus dem neuen Strukturfonds, sofern die geforderten Kostendämpfungen von 197 Millionen € eingehalten werden, sowie die erste von drei Tranchen zu je 150 Millionen € zur Teilentschuldung. Das Kassenpaket sieht ein Dämpfungspotential von 1,7 Milliarden € vor.

Der Vorstoß für eine umfassende Gesundheitsreform von Hans-Jörg Schelling, Vorstandsvorsitzender des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, wurde von Experten wohlwollend aufgenommen. Was den meisten jedoch fehlt, ist ein privatwirtschaftlicher Zugang.

"In Österreich wird zu viel über Zentralisierung diskutiert, besser wäre es, über einen gesteuerten Wettbewerb zu reden. Dieser muss mit einem klaren Versorgungsauftrag geregelt sein, aber auch privatwirtschaftliche Grundsätze haben", sagt Markus Schwarz, Berater von Egon Zehnder International. "Privatwirtschaftlich" hieße nicht nur Gewinnorientierung, sondern das Hereinholen von Managerkompetenzen. "Manager greifen eher große Kostenblöcke an, statt an der Peripherie zu sparen", sagt Schwarz. So solle zum Beispiel der Hebel nicht bei der Reinigung oder der Küche, sondern bei den Personalkosten angesetzt werden. Mehr Privatwirtschaft im Gesundheitswesen hält auch Michael Kunze, Vorstand des Sozialmedizinischen Instituts der Universität Wien, für wünschenswert: "Wir haben Beispiele, wie die Vinzenz Gruppe oder die Ordensspitäler, die machen das schon vor." Abseits vom Thema Privatwirtschaft befürwortet er Schellings Vorschlag, Pflege und Gesundheit zusammenzuführen: "Diese Bereiche gehen immer mehr ineinander über." Der Knackpunkt sei die Umwandlung von teuren medizinischen Betten in günstigere Pflegebetten, die immer mehr gebraucht werden. Spitäler zuzusperren würde einer "politischen Herkulesarbeit" gleichkommen, man solle sie lieber in Pflegeeinrichtungen umwidmen. Es müsse aber die Gefahr ausgeschaltet werden, dass teure Fälle in öffentliche Spitäler abgeschoben werden.

Wichtige Impulse

"Der private Bereich kann Impulse geben, wie man Spitäler wirtschaftlicher und mit höherer Qualität führt", sagt WKÖ-Gesundheitsexperte Martin Gleitsmann. Wichtig sei, dass medizinisches und wirtschaftliches Know-how verbunden werden und der politische Einfluss zurückgedrängt wird: "Dann kann besser auf die Kosten geschaut werden." Dass Experten in die Reform verstärkt eingebunden werden, wie es Schelling angekündigt hat, hält Fachmann Ernest Pichlbauer für "schöne Worte". Meist würden deren Meinung nur als unverbindliche Empfehlungen gelten, die bei Verhandlungen durchkreuzt werden und realpolitisch kaum umsetzbar seien. Die geplante Steuerung aus einer Hand würde gar einer Verfassungsreform bedürfen.

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

1 Kommentar

FACHMANN Ernest PICHLBAUER?

Das Internetportal von FACHMANN Ernest PICHLBAUER ist - LEIDER - (noch immer...) INEXISTENT (!):
http://www.hpi-sag.com

Die Domain wurde aber auch "erst" am 23. März 2008 (!) "reserviert"…:
http://shortr.de/'Health_Policy_International'

Der (Gesundheits-STATISTIK-) »Experte« PICHLBAUER tritt auch immer wieder gerne als (FAST-) Pathologe (!) in Erscheinung, jedoch nicht immer sonderlich professionell, bzw. erfolgreich...:
http://www.alpenpost.at/Florian/LKH_Bad_Aussee.pdf (Seiten 20-26)
http://shortr.de/PICHLBAUER=KEIN_PATHOLOGE!
http://shortr.de/Die_EU-Arzneimittelzulassung
http://shortr.de/BAD_AUSSEE=KEIN_'DORF'!

Gemäß Eigendefinition betätigt er sich auch gerne als Lobbyist (zur "Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung"):
http://shortr.de/Lobbyist_PICHLBAUER

Besonders NACHHALTIGEN Eindruck hinterlies der (FALLZAHLEN-STATISTIK-) »Experte« PICHLBAUER mit diesem Interview:
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/1970941/index.do

Von Gast: Gast: Thomas Schreier am 05.02.2010 um 21:09

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

mehr Branchen…

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • Bilderbox
    BrandIndex Banken

    Die Details

    WB/Grafik
    Banken Image

    6 Banken im Vergleich

  • Colourbox
    KMU-Studie Ist

    Investitionen lassen hoffen

    Colourbox
    KMU-Erwartungen

    So schaut die Zukunft aus

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • Mega-Shopping

    Österreichs größte Shopping-Center

    Hypo

    Die Manager des Flops

  • BEIG
    Teuer

    Die wertvollsten Marken Österreichs

    Bilderbox
    Lohn-Vergleich

    71 Städte im Vergleich: Wo die...