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Kärntens Industrie zieht Notbremse

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von Anna Offner | 01.03.2010 | 15:22

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Kärntens Industrie zieht Notbremse

Chaos, Sauhaufen und schlechte Politik sind die Assoziationen der Kärntner zur Lage im eigenen Land. Der Industrie reicht’s – sie legt konkrete Vorschläge am Tisch.

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Monika Kircher-Kohl fordert die Politik auf, die Fakten zu bereinigen und dann an die Imagekorrektur zu gehen

Zitiert

Monika Kircher-Kohl, Infineon Austria

„Die Inserate der Landesregierung über ihre Leistungen werden als Provokation empfunden und sind einzustellen. Zuerst müssen die Fakten bereinigt werden, dann kann am Image gearbeitet werden. “

Zitiert

Erwin Soravia

„Von Neuwahlen halte ich nichts, weil alle Parteien für die Lage in Kärnten verantwortlich sind. Aber: die Ortstafelfrage ist endlich zu klären – das muss binnen vier Wochen möglich sein.“

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: 90 Prozent der Führungskräfte in Kärntens Industrie sieht in den hohen Landesschulden, der Hypo Verstaatlichung und den politischen Verhältnissen einen negativen Einfluss auf ihren Wirtschaftsstandort. 55 Prozent der 43 befragten IV-Mitglieder gar auf ihr eigenes Unternehmen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Gallup-Karmasin-Instituts hervor.

Doch während sich die Politik laut Sophie Karmasin noch in der Phase der Depression befinde, die entweder in Starre oder Bewältigung ende, beschäftigen sich Kärntner Unternehmer mit der Problembewältigung und legen konkrete Vorschläge auf den Tisch.

Monika Kircher-Kohl, Chefin von Infineon Austria, fordert die Landesregierung auf, umgehend die Imageplakate über ihre Leistungen einzustellen: „Die Kärntner empfinden das als Provokation. Zuerst müssen Fakten bereinigt, dann kann am Image gearbeitet werden.“ Gleiches fordert sie für die heimliche Aufstockung der Parteienförderung vom Vorjahr, der alle Parteien zugestimmt haben und die 50prozentige Kürzung der Arbeitnehmer- und Lehrwerkstättenförderung – sie müssen zurückgenommen werden.

Der Holzindustrielle Gerd Tilly fordert die Politik ob der explodierenden Pro-Kopf-Verschuldung von 2257 € zum Sparen auf: „Jetzt muss konsolidiert und gespart werden,“ bevor auch noch „die Zeitbombe LKH Klagenfurt“ auf das Landesbudget zurolle. Potenzial sehe er vor allem im Stopp des Koralmtunnelbaus.

Ortstafelfrage lösen

Die Konsequenzen für den Imageschaden liegen auf der Hand: 50 Prozent aller 200 befragten Kärntner wünschen sich neue politische Strukturen in Form neuer Köpfe oder Neuwahlen.

Die lehnt zumindest der in Wien ansässige Kärntner Erwin Soravia ab: „Für die Lage in Kärnten sind alle Parteien verantwortlich.“ Er fordert allerdings eine sofortige Lösung der Ortstafelfrage, die dem angekratzten Image zusätzlich schade: „Innerhalb von vier Wochen muss eine Lösung her.“

Täglich wachsen Kärntens Schulden um eine Million € und die Arbeitslosigkeit erreicht mit 13 Prozent ein Rekordhoch.

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