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Dialog-backdrop ÖBB fährt künftig unter dem Trio Kern/Seiser/HalbmayrVerbund-Vorstand Christian Kern wird ab 7. Juni neuer Chef der ÖBB. Er löst Peter Klugar ab. Werkstättenleiter Franz Seiser übernimmt mit 1. April das Vorstandsmandat von Gustav Poschalko. Die Personalrochaden bei der ÖBB kommen wie erwartet: Bahnchef Peter Klugar, der seinen heuer auslaufenden Vertrag nicht verlängert, wird von einem Externen ersetzt: Der 44-jährige Christian Kern gibt sein Vorstandsmandat beim Verbund auf und wechselt per 7. Juni mit einem Fünfjahresvertrag an die ÖBB-Spitze. In den ÖBB-Vorstand zieht auch Werkstättenleiter Franz Seiser ein. Er löst Gustav Poschalko per 1. April ab. Poschalko wechselt in den Aufsichtsrat der Rail Cargo Austria und der ÖBB Personalservice AG. Das gab Aufsichtsratsvorsitzende Horst Pöchhacker bekannt. Unverändert im ÖBB-Vorstand: Josef Halbmayr, der sich um die Finanzen kümmert. Pöchhacker zur Rochade: "Das ist ein klares Signal. Mit diesen beiden renommierten und erfahrenen Führungskräften an der Spitze des ÖBB-Konzerns sind die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens gestellt." Christian Kern in einer ersten Stellungnahme: "Es handelt sich um eine außerordentliche Herausforderung. Die ÖBB sind einer der Leitbetriebe der österreichischen Wirtschaft und haben als Konjunkturmotor Bedeutung für die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft. Wir müssen die ÖBB aus der tagespolitischen Diskussion bringen. Unternehmen und Mitarbeiter haben heute nicht das Ansehen, das wir brauchen und auch verdienen. Mein Ziel ist es, dass die Österreicherinnen und Österreicher wieder stolz auf ihre Bahn sind." "Wir werden die Österreichischen Bundesbahnen als den erfolgreichsten und nachhaltigen Mobilitätsanbieter positionieren. Das wird uns mit vereinten Kräften gelingen," so Franz Seiser in einer ersten Reaktion. Seiser hat die ÖBB-Technische Services GmbH von einem Werkstättenunternehmen zu einem international erfolgreichen Servicebetrieb entwickelt. Klugar geht freiwillig Er werde mit seinem Nachfolger einen "sinnvollen Übergang im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat" vereinbaren, sagte Klugar heute im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radio. Sein Rücktritt sei freiwillig erfolgt, die Krankendatenaffäre sei bereinigt und spiele keine Rolle. "Ich muss nicht gehen, sondern ich werde gehen. Mein Vertrag läuft Ende des Jahres aus, ich bin über 60 Jahre", sagte der scheidende ÖBB-Boss, der sich von der Koalition eine "einheitliche Linie" in Sachen Bahn wünscht.Der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Horst Pöchhacker wird sich heute auch mit der ÖBB-Bilanz für 2009 sowie mit den heiklen Themen Pensionen und Pflegegeldrückstellungen befassen. Bures sagt zum Abschied Danke Infrastrukturministerin Doris Bures sieht mit der heutigen Personalentscheidung des Aufsichtsrates der ÖBB-Holding das Unternehmen ÖBB "strukturell und personell für die großen Herausforderungen gut aufgestellt". Die Ministerin sieht drei zentrale Aufgaben für das neue Management: die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn stärken, eine Marktoffensive im Personen- und Güterverkehr, die effiziente und beschäftigungswirksame Umsetzung des massiven Ausbaus der Schiene. "Für mich ist wesentlich, dass sich der ÖBB-Vorstand auf eine kundenorientierte und wirtschaftsnahe Unternehmensstrategie konzentriert", so Bures. Die Ministerin spricht den beiden scheidenden Managern Peter Klugar und Gustav Poschalko ihren ausdrücklichen Dank aus. "Sie haben in einer außerordentlich schwierigen Zeit in der ÖBB Verantwortung getragen. Mit ihrem Einsatz haben sie die Weichen für die Neuausrichtung des Unternehmens gestellt." Verbund denkt noch nach Christian Kern ist beim Verbund seit 11. Mai 2007 im Vorstand und für die Bereiche M&A, Beteiligungsmanagement und -entwicklung sowie für das Hochspannungsnetz zuständig. Diese Agenden werden intermistisch von Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber und seinen Vorstandskollegen Johann Sereinig und Ulrike Baumgartner-Gabitzer wahrgenommen. Der Aufsichtsrat werde in der Folge die weitere Vorgangsweise im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Kerns festlegen, teilte der Verbund am Dienstag mit. Auf Verbund-Eigentümerseite werden derzeit mehrere Varianten überlegt: Entweder bleibt der Vorstand dreiköpfig - Vorsitzender Wolfgang Anzengruber, Vize-Vorsitzender Johann Sereinig sowie Ulrike Baumgartner-Gabitzer -, oder er wird doch wieder auf vier aufgestockt. Von Anfang 2002 bis Ende 2006 hatte der Verbund-Vorstand auch nur aus drei Mitglieder bestanden. Sorger sieht Chance, Maier nörgelt IV-Präsident Veit Sorger bezeichnete die Neubesetzung als "Chance, die es im Sinne des gesamten Industrie- und Arbeitsstandortes zu nutzen gilt". Kern habe sich beim Verbund als Manager "ein klares Profil erarbeitet, das ihn auf die neuen Herausforderungen zweifellos gut vorbereitet". Sorger betonte, es gelte, "Infrastrukturausbau als Zukunftsinvestition zu verstehen, die strategisch anzulegen und mit dem notwendigen Commitment auch der Politik mittel- und langfristig umzusetzen ist. Dies kommt - richtig gemacht - der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft zugute." Für ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier geben die Entscheidungen des ÖBB-Aufsichtsrates "leider Gottes keinerlei Anlass zu Optimismus, weil Haberzettel und Co. offenkundig weiterhin das Zepter bei den ÖBB in Händen halten". Maier in einer Aussendung: "Der Vorstand hat weiterhin drei Mitglieder. Ausgemacht und zugesagt war eine Verschlankung auf zwei Mitglieder. Ministerin Bures ist - das ist leider festzuhalten - wortbrüchig geworden. Und das zweifelsfrei nicht aus freien Stücken, sondern auf Druck der Eisenbahnergewerkschafter, die immer mehr zur bestimmenden Kraft dieses Unternehmens werden. Diese Entscheidung ist zudem eine echte Chuzpe, bedenkt man gerade die heutigen Entscheidungen der Bundesregierung und die schmerzhaften Sparmaßnahmen der Bundesministerien. Der neue Vorstand der ÖBB geht jedenfalls mit einem denkbar schweren Rucksack in seine neue Aufgabe. Mit einem Rucksack, den ihm die eigenen Parteifreunde umgehängt haben." mehr Branchen…
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