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Riesenwirbel um faire Milch bei der Nöm

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von Günter Fritz | 14.06.2011 | 17:17

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Riesenwirbel um faire Milch bei der Nöm

Auf Druck aus Genossenschafter-Kreisen wird Zusammenarbeit von Nöm mit IG Milch beendet. Deren neuer Abfüller Seifried befindet sich seinerseits im Clinch mit der Nöm.

WB/Mayr

Bei der zur Raiffeisen Holding Nö-Wien gehörenden Nöm AG herrscht derzeit dicke Luft um „faire Milch“: Denn dass der Badener Molkereikonzern ausgerechnet die Trinkmilch „Faironika“ der als Branchenrebellen geltenden Interessensgemeinschaft (IG) Milch abfüllt, stößt so manchen Nöm-Genossenschafter sauer auf, berichtet das Fachmedium „Blick ins Land“.
Immerhin hat die IG  in der Vergangenheit nicht nur immer wieder den ÖVP-Bauernbund kritisiert, sondern bei ihren zahlreichen Protestaktionen für einen höheren Milchpreis sogar das Nöm-Betriebsgelände besetzt.  Dass aus ehemaligen Gegnern Partner geworden sind, soll für Unverständnis in Raiffeisenreihen gesorgt haben, wird kolportiert.

"Jetzt ist der Druck von Genossenschaftsfunktionären offenbar so groß geworden, dass wir vereinbart haben, die Abfüll-Zusammenarbeit nach einigen Monaten wieder sein zu lassen“, sagt IG-Sprecher Ernst Halbmayr zum WirtschaftsBlatt: „Es hat auch viele Beschwerden von Konsumenten gegeben, weil die Nöm die Verpackung geändert hat und der Geschmack gelitten hat“.

Nöm-Vorstand Alfred Berger will von unzufriedenen Genossenschaftsfunktionären indes nichts wissen: „Wir sind Profis und die IG ist für uns ein Kunde wie jeder andere auch“. Die „Faironika“-Abfüllmenge sei mit rund einer Million Liter nicht riesig, dennoch hätte die Nöm nicht damit aufgehört. Die IG habe „von sich aus gekündigt“, weil sie wieder zu ihrem alten Abfüllbetrieb, der oberösterreichischen Molkerei Seifried zurück wolle. Dem widerspricht Halbmayr: „Bei einer einseitigen Kündigung gibt es laut Vertrag eine neunmonatige Kündigungsfrist. Wir haben uns aber auf eine Trennung binnen vier Wochen geeinigt.“

Gerichtsstreit droht

Tatsächlich bestand die Verbindung Nöm-IG schon seit 2007 – als die Nöm das Milchgeschäft von der Mona-Gruppe übernahm und damit auch die Molkerei Seifried. Diese war der damalige Abfüller der IG. Vor einigen Monaten trennte sich jedoch die Nöm laut Berger von Seifried „wegen Qualitätsmängel“. Damit wanderte die „Faironika“-Produktion für die IG offiziell zur Nöm und wurde so publik.

 
Zwischen Nöm und Seifried steht nun ein Gerichtsstreit im Raum. Immerhin geht es um eine Gesamtproduktionsmenge im hohen einstelligen Millionen-€-Be­reich. Die Nöm will Verarbeitungsausfälle geltend machen, Molkerei-Chef Reinhold Seifried wartet auf die Bezahlung offener Rechnungen in sechstelliger-€-Höhe. Das letzte Wort dürfte somit der Richter haben.

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