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Abschied von der Plastik-Kundenkarte

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von Thomas Pressberger | 07.02.2012 | 00:32

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Abschied von der Plastik-Kundenkarte

Handel. Kundenkarten auf dem Handy. Daran arbeitet die Wiener Hightech-Schmiede Kadona, noch heuer soll es so weit sein.

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Die Plastik-Kundenkarten sind ein Auslaufmodell, künftig soll auch diese Aufgabe das Mobiltelefon übernehmen

Facts

Zahl
50 Prozent

In Österreich werden derzeit noch 70 Prozent der Einkäufe mit Bargeld bezahlt. Der Anteil der Zahlungsvorgänge mit Bargeld soll laut Studien bis 2020 bei unter 50 Prozent liegen. Bis 2015 sollen ein Drittel aller Zahlungen über das Smartphone abgewickelt werden, 2020 soll das bereits die Hälfte sein.

Wien. Die meisten Menschen haben in unseren Breitengraden drei Gegenstände immer bei sich: Schlüssel, Brieftasche und Mobiltelefon. Geht es nach Markus Lobmaier, sollen es in Zukunft nur noch zwei sein. "Wir wollen dazu beitragen, dass die Brieftasche eines Tages überflüssig wird", sagt der Geschäftsführer des Wiener Technologieunternehmens Kadona.

Bezahlen per Handy ist bereits ein Trend, an dem weltweit eine riesige Industrie feilt. Lobmaier will nun auch die Kundenkarten von Handelsunternehmen mit all ihren verbundenen Programmen auf dem Mobiltelefon anbieten und ist damit Pionier. "Im Schnitt hat jeder Österreicher sechs Plastikkarten in der Geldtasche", sagt Lobmaier. Wenn man eine einmal nicht dabei hat, ist der Frust groß. Kadona hat eine Technologie entwickelt, um die Plastikkarten inklusive Bonuspunkten, Rabattprogramm und Sonstigem auf das Handy zu bringen und diese während ihres gesamten Lebenszyklus zu betreuen.

Einfaches Handling

Der Kunde muss nur noch beim Bezahlen das Telefon für eine halbe bis eineinhalb Sekunden an ein Lesegerät halten. Das Starten einer Applikation ist nicht nötig. Möglich macht das die Nearfield Communication-Technologie, kurz NFC. Bezüglich Datenschutz muss sich der User laut Lobmaier keine Sorgen machen: "Die Daten werden in einem hochsicheren Rechenzentrum verwaltet, alle Sicherheitsstandards sind gewährleistet." Das System sei sogar sicherer, als die alten Plastikkarten, da man diese oft aus der Hand gibt. Sollte man das Mobiltelefon verlieren, können die Karten quasi per Knopfdruck wieder auf das neue Handy gebracht werden.

Dass diese angekündigte Revolution auch tatsächlich stattfindet, ist für Lobmaier fix: "Alle großen Player setzen darauf und investieren große Summen." Gemeint sind damit Kreditkartenanbieter, Banken, Unternehmen wie Microsoft und natürlich alle großen Handelsunternehmen und Telekomanbieter. "Es wird Umbrüche geben, das Smartphone wird beim Einkaufen eine große Rolle spielen", ist der Kadona-Chef überzeugt.

Was dafür spricht: Bargeld ist teuer. Das Zählen, die Sicherheitsdienste und der Weg zur Bank gehen ins Geld. Auch Werbeflyer und Postwurfsendungen werden durch die E-Kundenkarte obsolet.

Großes Potenzial

Die Umsetzung der Handy-Kundenkarte hat schon begonnen. Mit der Rewe-Tochter Bipa befindet sich bereits eines der großen Handelsunternehmen in der Testphase. Und wenn es bei einem erfolgreich läuft, werden die anderen mitziehen, meint Lobmaier. Die E-Kundenkarten sollen heuer im dritten Quartal in Echtbetrieb gehen. Mit Sicherheit werden einige der großen Retailer von Anfang an mit dabei sein.

Heuer soll das Bezahlen mit dem Smartphone einen Durchbruch in der öffentlichen Wahrnehmung schaffen, 2015 soll es sich laut Experten um einen Massenmarkt handeln und bis 2020 die physische Brieftasche und damit das Bargeld marginalisiert haben. "Wir haben bereits einen Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt", sagt Lobmaier.

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