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Aichholzer: "Politik soll Film endlich als Wirtschaftsgut anerkennen"

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von Thomas Pressberger | 13.02.2012 | 08:42

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Aichholzer: "Politik soll Film endlich als Wirtschaftsgut anerkennen"

Film. „Rabattmodell“ verbessert Förderung – Branche will trotzdem mehr.

WB/Foltin

Erfolge wie der Oscar für „Die Fälscher“ sind für Österreich unbezahlbare Werbung, sagt Produzent Josef Aichholzer

Zitiert

Josef Aichholzer - Filmproduzent

Der österreichische Film prägt das internationale Filmschaffen mit

Wien. Die finanzielle Lage der Filmbranche hat sich in Österreich zwar verbessert, den entsprechenden Stellenwert genießt sie in der Politik aber immer noch nicht, sagt Josef Aichholzer, Filmproduzent und Obmann der Akademie des Österreichischen Films.

Die Bundesregierung solle sich bewusst sein, dass Medien ein Zukunftsmarkt sind, die Wertschöpfung würde sich immer mehr auf Dienstleistungsberufe verlagern. Je mehr Möglichkeiten die Filmbranche habe, um so mehr Themen, Projekte und Schauspieler könnten unterstützt und damit der Output gesteigert werden. Bei den Förderungen jetzt einzusparen, wäre laut Aichholzer der falsche Weg: "Das sind im Verhältnis so kleine Beträge, damit wird nichts saniert."

Das neue "Rabattmodell" FISA, das Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vor eineinhalb Jahren eingeführt hatte, würde greifen. Zuvor war die Förderung auf Bund, Länder und den ORF aufgeteilt, wobei oft einer der drei schwächelte. "Das Rabattmodell bessert jetzt aus, was andere nicht leisten können", so Aichholzer.

Die Grundstruktur des Fördermodells sei damit gut, doch an der Höhe der finanziellen Mittel mangle es. Man dürfe nicht vergessen, dass sich der Film weiterentwickelt und die Filmschaffenden ständig innovativ sein müssen. "Die finanzielle Beschickung müsste aufgestockt werden, wenn sie dem Markt entsprechen soll", sagt Aichholzer.

Durch die Förderungen würden das ganze Land oder auch einzelne Regionen profitieren. Deshalb sei es wichtig, dass die politisch Verantwortlichen verstünden, dass Film auch ein Wirtschafts-und nicht nur ein Kunst-oder Kulturgut ist. "Mit ,Die Fälscher' wurde Österreich bei der Oscar-Verleihung am Tablett herumgetragen, das ist unbezahlbar. Das ist eine große Werbetrommel für das Land", erklärt Aichholzer.

Bei internationalen Filmprojekten, die in Österreich gedreht werden, würden für jeden investierten Euro durch die Umwegrentabilität vier €zurückkommen. "Solche Projekte ziehen Gelder aus dem Ausland herein, die dann in Labors, in das Handwerk oder in Gerätschaften fließen." Auch die Hotellerie, die Gastronomie und viele andere Branchen würden durch die Dreharbeiten profitieren.

Lebendig und kraftvoll

"Der österreichische Film ist auf internationalen Filmfestivals markant aufgefallen und prägt das internationale Filmschaffen mittlerweile gestalterisch mit", sagt Aichholzer. Die vielen Preise, die in den vergangenen Jahren bei internationalen Festivals gewonnen wurden, zeugten von der Lebhaftigkeit und Kraft des österreichischen Films und seien als gestalterischer und wirtschaftlicher Erfolg zu werten.

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