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Das Geschäft mit dem Burn-out

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von Thomas Pressberger | 31.01.2012 | 00:36

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Das Geschäft mit dem Burn-out

Burn-out. Das Angebot an Burn-out-Therapien ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Manche Heilmethoden sind eher zum Schmunzeln.

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Für Betroffene wird es immer schwieriger, die richtige Therapie zu finden

Zitiert

Michael Musalek, Anton-Proksch-Institut

Mit allen einfachen Lösungen muss man vorsichtig umgehen

Facts

Verein Burn Aut
Die neue Plattform "Burn Aut" will unterschiedliche Kooperationspartner zum Thema Arbeitsqualität und Burn-out zusammenführen und fordert einen seriösen öffentlichen Diskurs. Vordergründige Aufgabe und Ziel ist es, sich in Österreich als Kompetenzzentrum zum Thema Burn-out zu etablieren und verstärkt Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Erkrankung und den Umgang mit ihr zu lenken. Weiters sollen Maßnahmen zur Früherkennung geschaffen werden. Auch eine zahlenmäßige Erfassung der Betroffenen steht auf der Agenda.

Wien. Das Geschäft mit dem Burn-out-Syndrom treibt die skurrilsten Blüten. Zwischen seriöse Angebote wie professionelle Therapien oder Beratungen mischen sich immer häufiger dubiose Offerte von Trittbrettfahrern, die am "Boom" rund um die "neue Krankheit" mitnaschen wollen. Dem Einfallsreichtum sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

"Das gibt es auf allen Ebenen in einer unglaublichen Reichhaltigkeit", sagt Michael Musalek, ärztlicher Direktor des Anton-Proksch-Instituts in Wien. Das Angebot reicht von Büchern, die eine Heilung in nur wenigen Tagen versprechen, über selbst ernannte Burn-out-Experten bis hin zu Wellness-Wochenenden, Vitaminpräparaten und sogar Anti-Burnout-Tee. "Alleine bei Literatur gibt es einen Riesenboom und ein Vielfaches des Angebots, das es vor 20 oder 30 Jahren gab", sagt Musalek.

Die Angebote seien zwar nicht alle schlecht, doch werde es für den Betroffenen immer schwieriger, herauszufinden, was wirklich hilft. Grundsätzlich gilt: "Mit allen einfachen Lösungen muss man vorsichtig umgehen. Es gibt keine einfache Lösung bei Burn-out". Vielmehr bedürfe es eines Gesamtkonzepts, bei dem oft ein Team von multiprofessionellen Experten zusammenarbeiten müsse. Auch der Arbeitgeber könne seinen Teil beitragen und sich näher über die Problematik informieren. Eines haben die Angebote laut Musalek gemein: "Es gibt eine extrem hohe Fluktuation." Das sei ein Hinweis auf mangelnde Qualität.

Eklatante Unterschiede

Vor Burn-out-Kuren in Wellness-Tempeln warnt Wellness-Experte Christian Werner. Da die gesetzliche Sozialversicherung kaum adäquate Behandlungen vorsieht, würden immer mehr Privatkuren angeboten - mit unterschiedlichem Erfolg: "Die Preise sind oft hoch, die Qualitätsunterschiede eklatant." Es gebe Scharlatane, aber auch ausgezeichnete Anbieter, das Preisniveau sei unterschiedlich: Pro Woche blättert man zwischen 800 und 3500 € hin.

Angebote ohne Basis

"Die Angebote schießen wie Pilze aus dem Boden, oft haben sie aber keine Basis", sagt auch Brigitte Schweifer-Winkler, Geschäftsführerin des Coaching-,Training- und Consultingunternehmens ManagementOase. Zwar gebe es großteils gute Angebote, doch würden auch viele Glücksritter aufspringen. Sogenannte Energetiker würden Burn-out-Behandlungen um 50 € pro Stunde anbieten, wovon laut Schweifer-Winkler ein professioneller Coach nicht leben könnte. Auch könne man diese Angebote meist nicht einmal "Therapie" nennen.

Auch sie kennt die Ratgeber in Buchform, die nicht das halten, was sie versprechen. "Erfolge werden innerhalb weniger Tage versprochen, was völlig unmöglich ist. Der Mensch rutscht langsam ins Burn-out hinein, da kommt man nicht so rasch wieder heraus."

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