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Der Übernahmehunger in Österreich nimmt wieder zu

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von Eva Komarek | 19.01.2011 | 17:46

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Der Übernahmehunger in Österreich nimmt wieder zu

Die Lebensgeister der Firmenchefs erwachen langsam wieder: Nach einer erstmaligen ­Zunahme an M&A-Aktivitäten im Vorjahr soll das Geschäft heuer kräftig wachsen.

APA

Facts

Die grössten Deals in Österreich 2010
■ PartyGaming kauft Bwin
Kaufpreis: 1,3 Milliarden €

■ OMV kauft Petrol Ofisi
Kaufpreis: 997 Millionen €

■ GE Austria kauft Wellstream
Kaufpreis: 937 Millionen €

■ Knowles kauft NXP
Kaufpreis: 653 Millionen €

■ Rasperia stockt Strabag auf
Kaufpreis: 373 Millionen €

■ CA Immo kauft Europolis
Kaufpreis: 272 Millionen €

■ Silgan kauft Vogel&Noot-Unit
Kaufpreis: 250 Millionen €

■ Signa kauft Bürogebäude
Kaufpreis: 230 Millionen €

■ UniCredit kauft CA Immo
Geplanter Kaufpreis: 216 Mio. €

■ Konsortium kauft IZD Tower
Kaufpreis: 212 Millionen €

Zitiert

Christopher Kummer, IMAA-Präsident

Ich höre, dass viele Unternehmen mehrere Akquisitionen machen wollen

Nach den mageren Jahren im Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) belebt sich das Geschäft langsam wieder. Bereits im Vorjahr hat sich  der Markt in Österreich stabilisiert, aber es war noch ein Übergangsjahr für ein deutlich aktiveres 2011. Dafür sprechen gut gefüllte Kriegskassen der Unternehmen und  günstige Bewertungen.

Im Vorjahr wurden 306 Transaktionen mit österreichischer Beteiligung abgeschlossen. Das ist ein Plus von 23 Prozent und gleichzeitig  der erste Anstieg seit dem ­Höhepunkt im Jahr 2007. Im internationalen Vergleich ist die Zahl der österreichischen Deals sogar schneller gewachsen als in Europa oder weltweit, beim Volumen hinkt Österreich aber hinterher: so ist der Wert der Transaktionen mit 7,7 Milliarden € auf Vorjahresniveau geblieben, wie eine aktuelle Studie des Institute of Merger, Acquisitions and Alliances (IMAA) zeigt. „Die Mehrzahl waren kleinere Übernahmen. Das durchschnittliche Transak­tionsvolumen war 31 Millionen €“, sagt Christopher Kummer, Chef des IMAA.

Mehr nationale Deals

Auffällig ist, dass die nationalen Übernahmeaktivitäten an Bedeutung gewonnen haben. So ist die Anzahl der Deals, die innerhalb unserer Landesgrenzen stattgefunden haben, um 53 Prozent gestiegen. Das sind 46 Prozent aller Transaktionen. Der größte ­nationale Deal war die Übernahme der Europolis durch die CA Immo um 272 Millionen €.

Westen bevorzugt

Nach wie vor konzentriert sich die Übernahmeaktivität der heimischen Unternehmen auf Westeuropa. „Durch die Krise gibt es die Tendenz, in stabilere Märkte zu gehen“, sagt Kummer. Akquisitionen in Mittel- und Osteuropa machen rund ein Drittel aus. Doch während die Zahl der Ost-Deals rückläufig ist, stieg das Volumen auf eine Milliar­de € sprunghaft an. Hier führt die OMV mit dem Kauf der türkischen Petrol Ofisi um 997 Millionen € die Liste an.

Für heuer erwartet der Experte, der auch an der Webster University lehrt, ein lebhaftes M&A-Geschäft: „Ich höre, dass viele Unternehmen mehrere Akquisitionen machen wollen.“ Es sei ein günstiger Moment, weil die Firmen genügend Geld haben und die Bewertungen relativ niedrig sind. „Es gibt auch einige Unternehmen am Markt, die schon seit ein paar Monaten Käufer suchen“, fügt er an.
Immer viel los ist im Pharmabereich, weil die großen Konzerne auf der Suche nach neuen Produkten sind. Die kleineren Pharmabetriebe wiederum haben nicht die Mittel, ihre Produkte marktreif zu machen oder zu vermarkten.

Einige Aktivitäten erwartet Kummer auch im Industriesektor, bei Immobilien und nicht zuletzt im Finanzsektor. „Es gibt einige der großen Banken, die kleinere Einheiten in Osteuropa verkaufen würden, weil sie keinen signifikanten Marktanteil aufbauen konnten.“

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