
|
Dialog-backdrop Emirates Österreich: "Wir fliegen gerne auch drei Mal"Luftfahrt. Emirates würden der AUA Passagiere absogen, so der Vorwurf. Die bisherigen Zahlen entkräften allerdings die Argumente der AUA. HintergrundEin Luftfahrtabkommen zwischen zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten aus 2004 sieht die gegenseitige Freizügigkeit bei Flugverbindungen vo r. Theoretisch könnte jeder so oft fliegen wie er wollte. Es gibt jedoch Meinungsverschiedenheiten über Ratifizierung und Gültigkeit des Abkommens, bilaterale Verhandlungen laufen. Die AUA lobbyiert gegen die marktaggressive Dubai-Airline. Ex-Lufthansa und nunmehr Emirates-Vertriebschef Thierry Antinori führt indes ins Treffen, dass "130 Airlines nach Dubai fliegen". Via "Kurier" macht er AUA-Piloten und Flugbegleitern das Angebot zu Emirates zu wechseln, die bessere Perspektiven bieten würde. Die AUA solle "in ihre Kunden investieren, anstatt zu jammern".
Wien. Die arabische Airline Emirates zieht eine "sehr zufriedenstellende" Zwischenbilanz über ihre zweite tägliche Flugverbindung zwischen Wien und Dubai: "Die Auslastung ist ausgezeichnet und die Operation mit zwei Frequenzen absolut profitabel", sagt Emirates Österreich-Chef Martin Gross im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt. Emirates fliegt seit 2004 Wien an und seit dem 27. März 2011 zwei Mal täglich. Im Vorfeld der Frequenzverdoppelung hatte es seitens Austrian Airlines und politischer Kreise massive Bedenken dagegen gegeben, da dadurch Streckennetz und Sanierung der AUA bedroht würden. Insbesondere vor der-provisorischen -Verlängerung der zweiten Frequenz zum laufenden Winterflugplan hatte es heftigen Widerstand gegeben. Die AUA drohte sogar mit der Einstellung einer Indien-Verbindung, da ihr Emirates Passagiere absaugen würde. Deshalb muss Emirates seit November der Flugbehörde Austro Control melden, wohin ihre Transferpassagiere von Dubai aus weiterfliegen -und ob dadurch AUA-Destinationen ausgedünnt werden. "Das ist sehr ungewöhnlich, stellt sich für uns aber mittlerweile als Vorteil heraus", sagt Gross. Denn die vorliegenden Zahlen von November bis Jänner würden belegen, dass die Argumente der AUA ins Leere gingen. Gross: "Monat für Monat fliegen mehr als 80 Prozent der Transferpassagiere zu Zielen, die von der AUA gar nicht bedient werden." Der Vergleich der Emirates-Passagiere, die aus Wien via Dubai zu Zielen wie New Delhi, Mumbai, Peking oder Bangkok weiterreisen sei im Vergleich zum Austrian-Angebot ausgesprochen gering. "Wirtschaft profitiert" Emirates konzentriere sich auf ganz andere Destinationen und stelle daher auch "keine Bedrohung für den Standort Wien" dar. Im Gegenteil: "Im vergangenen Jahr sind um 33 Prozent mehr Araber nach Österreich gekommen, und das hat für die Wirtschaft eindeutig positive Auswirkungen." Auch die Flüge der AUA seien sehr gut ausgelastet. Viele Westösterreicher würden auch ab München mit Emirates fliegen -besonders mit dem Mega-Airbus A380, der dort seit 25. November abhebt. "Der ist ein gutes Verkaufsargument", sagt Gross, der sich mittelfristig durchaus eine weitere Frequenzerhöhung vorstellen kann: "Wenn das Aufkommen da ist, fliegen wir gerne auch drei Mal." Im Übrigen bediene Emirates in vielen europäischen Städten zwei tägliche Destinationen, und außer in Wien gebe es nirgends Schwierigkeiten. Emirates sei daher an einer Deeskalation der Auseinandersetzung interessiert. Die AUA erledigt für uns die Bodenabfertigung, und im Grunde läuft die Zusammenarbeit reibungslos", so Gross, der einen "Stellvertreterkrieg" ortet. Es habe nie Probleme gegeben bis zum Zeitpunkt, als die Lufthansa die AUA gekauft habe. Gross: "Die Lufthansa hat ein Problem mit Emirates, aber warum sollen die österreichischen Passagiere darunter leiden und weniger Möglichkeiten haben?" (gf)
mehr Branchen…
|
Branchen: Meistgelesen
Rewe Österreich bekommt neuen VorstandDer Dreier-Vorstand der österreichischen Rewe International AG wird um Controler... KeywordsGefundene OrteGefundene Personenwirtschaftsblatt.at Service-Tools
|
Kommentare… Kommentar hinzufügen…