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Erdgas-Auto ist unterschätzte Brückentechnologie

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von Petra Spescha | 20.09.2011 | 09:09

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Erdgas-Auto ist unterschätzte Brückentechnologie

Klaus Huttelmaier, Chef der Robert Bosch AG, spricht über das Gas-Auto als Brückentechnologie, mehr oder weniger sinnvolle Förderungen und ­seine BRIC-Strategie.

WB/Foltin

Der Chef der Robert Bosch AG, Klaus Huttelmaier, ­erwartet Rekordergebnisse für das Jahr 2011

Der weltweit größte Autozulieferer Bosch will vor allem eines: Wachsen. Klaus Huttelmaier, Alleinvorstand der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich, sieht besonders im „umwelt- und ressourcenschonenden Fahren“ Potenzial. Huttelmaier hat dabei nicht allein Komponenten für das Elektro-Auto im Auge, sondern nimmt vor allem in elektromobilen Dienstleistungen neue Geschäftsfelder ins Visier. Er schätzt, dass Lade­infrastruktur, Stromanschlüs­se, Service, Wartung und Beratung künftig einen Bedarf generieren werden, der je nach Voraussetzung zwischen 1000 und 3000 € pro Haushalt mit Elektro-Auto liegen werde.

Huttelmaier ist sich trotz aller Begeisterung für die Elektromobilität bewusst, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sie weite Verbreitung findet. Besonders in den nächsten ein bis zwei Jahren stuft er die Bedeutung der E-Mobility als eher gering ein: „Außer homöopathischen Stückzahlen läuft doch nichts.“ Frühestens 2020 werde sich das Elektro-Auto im großen Stil durchsetzen.

Auch von allzu großzügigen Förderungen der neuen Technologie hält Huttel­maier wenig: „Ich bin ein Befürworter der Anschubfinanzierung für neue Technologien, aber dann muss sie sich im Technologiewettbewerb bewähren. Wenn sich eine Technologie nicht selbst trägt, hat sie ihre Daseins­berechtigung verloren.“

„Rennen der Giganten“

Im Wettlauf um die Technologie der Zukunft erwartet sich Huttelmaier ein „Rennen der Giganten“ zwischen China, den USA, Deutschland und Japan. Er sieht die Entwicklungen in den BRIC-Staaten nicht als Bedrohung, sondern als Chance: „Die BRIC-Staaten haben andere Anforderungen, was die Technik, Kosten und die Komponenten anbelangt. Da muss für die Bedürfnisse in der Region lokal appliziert und entwickelt werden.“ In den Schwellenländern setzt Huttelmaier deshalb auf die kostengünstige Herstellung von Anti-Blockier-Systemen.

Rosige Aussichten

Bis die Elektromobilität massentauglich ist, setzt der Chef der Robert Bosch AG auf das günstige Gas-Auto als zusätzliche Brückentechnologie: „Wenn Sie heute an eine Gastankstelle gehen, sparen Sie mindestens 40 Prozent gegenüber dem Spritpreis. Ich wundere mich immer, warum es nicht richtig genutzt wird.“ Derzeit sei das Thema nicht interessant, weil der Gasantrieb Platz im Kofferraum koste und Tiefgaragen nicht befahren werden dürften. Huttelmaier wünscht sich deshalb ein Überdenken der Tiefgaragen-Verbote.

Die Aussichten für 2011 lassen hingegen keine Wünsche offen. Huttelmaier rechnet dank voller Auftragsbücher mit einem „richtig guten Jahr“ und einem Rekordumsatz von mehr als einer halben Milliar­de € allein im Werk Hallein. Für Gesamtösterreich erwartet er ein zweistelliges Wachstum und einen Umsatz knapp unter einer Milliarde €.

Im Jahr 2012 werde sich
das Wachstum aufgrund der Eurokrise und der Situation in den USA allerdings deutlich verlangsamen.

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