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Erster Satellit aus Österreich soll bald ins All starten

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von Oliver Jaindl | 20.02.2012 | 03:33

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Erster Satellit aus Österreich soll bald ins All starten

Raumfahrt. Die TU-Graz hat den ersten österreichischen Satelliten gebaut. Die heimische Raumfahrt-Industrie will ihre Aktivitäten ausbauen.

beigestellt

Der ausschließlich in Österreich gebaute Brite Austria/Tugsat-1 kostete rund 450.000 €

Graz/Wien. Österreich ist am Weg, eine richtige Weltraumnation zu werden, nachdem man früher stets nur an Teilprojekten gearbeitet hat (s. Nachgefragt): Forscher der TU-Graz warten sehnsüchtig auf den Start einer indischen Trägerrakete, die den ersten heimischen Satelliten "Brite Austria/Tugsat-1" ins All schießen wird. Voraussichtlicher Starttermin ist im Sommer.

Der Satellit wird gemeinsam mit einem in Kanada gebauten und von der TU-Wien in Auftrag gegebenen, baugleichen Objekt transportiert. Die 20 Zentimeter großen künstlichen Monde sollen Sterne beobachten und Geheimnisse der Vorgänge in ihrem Inneren enthüllen, sagt Patrick Romano von der TU-Graz.

Der Start des ersten ausschließlich in Österreich gebauten Satelliten ist ein Meilenstein für die Raumfahrtaktivitäten in Österreich. Das Geschäft mit dem Weltraum hat sich zu einem international vernetzten Business entwickelt, in dem der Fokus auf Geschäftskunden und nicht mehr auf reiner Forschung liegt. In der Vorwoche fand in der tschechischen Botschaft in Wien eine Tagung statt -Tschechien und Österreich wollen bei ihren Raumfahrtaktivitäten näher zusammenrücken. Auch für die künftige Nutzung des Weltraums wird eine Ausweitung der internationalen Kooperation immer wichtiger (s. Bericht u.).

Millionen-Umsätze

Laut Max Kowatsch, Präsident von Austrospace und Chef von Ruag-Space, stehen Erdbeobachtungs-und Navigationsanwendungen im Vordergrund. Die heimische Industrie (Siemens, Ruag, Magna Steyr u. a.) setzt jährlich Millionen mit Raumfahrt-Technologie um (s. Kasten). Ein Drittel des Marktanteils entfällt auf Ruag. "Wir sind in Europa Marktführer bei thermischen Isolierungen für Satelliten", sagt Kowatsch. Auch Präzisionselektronik und -Mechanik hat man im Programm.

Während ein handelsüblicher Chip ein paar Cent kostet, kostet selbst ein einfacher Schaltkreis in der All-Ausführung mehr als 1000 €. Hochwirksame Isoliermatten sind heute nur mehr wenige Millimeter dick -sie werden nicht nur in Satelliten, sondern auch in Magnetresonanz-Geräten als thermischer Isolator eingesetzt. Ruag hat hier mit seinen (Weltraum-)Matten einen Marktanteil von 50 Prozent.

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