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Fragwürdiger Berater der Wiener Stadthalle

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von Eva Komarek | 20.02.2012 | 03:32

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Fragwürdiger Berater der Wiener Stadthalle

Finanzierung. Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse und die Stadthalle haben denselben Finanzberater. Die GKK hat geklagt und vor dem OGH Recht bekommen.

Mayr

Die Finanzierung der Spielstätte Halle F hat die Wiener Stadthalle mit Finanzderivaten abgesichert

Wien. Die risikoreichen Finanzgeschäfte der Wiener Stadthalle stehen weiterhin im Mittelpunkt der Kritik. Auch der Rechnungshof bemängelte vergangenen November die Risiken und drohenden Verluste. Das Veranstaltungshaus hat inzwischen eine neue Geschäftsführung, in der Causa Fremdwährungswetten ist alles beim Alten.

Neue Facette

Doch was die Beratung in Finanzangelegenheiten angeht, hat die Geschichte jetzt eine neue Facette bekommen. Denn wie das WirtschaftsBlatt aus Anwaltskreisen erfuhr, hat das Veranstaltungshaus denselben Finanzberater wie ihn die Vorarlberger Gebietskrankenkasse hatte, Werner L. (Name der Redaktion bekannt; Anm. )Beiden Häusern gemein sind risikoreiche Fremdwährungsspekulationen. Die Vorarlberger GKK fühlte sich jedoch schlecht beraten, klagte und hat in höchster Instanz gewonnen. Das Geschäft wurde rückabgewickelt. Grund der Klage war, dass der Versicherungsanstalt von der Bank hochriskante Spekulationsinstrumente als Absicherung verkauft wurden. In diese waren bewusst negative Marktwerte hineinstrukturiert worden, damit die Bank sie gewinnbringend weiterverkaufen kann, ohne den Kunden über diesen Interessenskonflikt aufzuklären.

"Der Oberste Gerichtshof hat in seiner Entscheidung betont, dass selbst Bankkunden mit hoher Professionalität wie die Vorarlberger GKK aufgrund der Komplexität der Swaps von der Bank umfassend hätte aufgeklärt werden müssen, wenn die Bank dem Kunden den Abschluss eines derartigen Geschäfts vorschlägt", sagt Rechtsanwalt Ingo Kapsch von HLMK Rechtsanwälte.

Laut einem Gutachten von Sascha Stadnikow, gerichtlicher Sachverständiger und Partner des Unternehmensberaters Finanzbuddha, liegt der Fall bei der Stadthalle ähnlich. Betrachte man die Geschäfte der Stadthalle unter dem Aspekt des OGH-Urteils, falle auf, dass bei vier Derivativgeschäften die Bankmarge deutlich über dem üblichen Marktwert lag. Zudem sei eine der Optionen gar nicht notwendig gewesen, wie aus dem dem WirtschaftsBlatt vorliegenden Gutachten hervorgeht.

Kein offizieller Auftrag

Der Leiter des Finanz-und Rechnungswesens der Stadthalle, Erwin Molnar, kritisiert das Gutachten: "Diese Kurzbeurteilung wurde nicht in Auftrag gegeben und beruht nur auf öffentlich zugänglichen Fakten." Molnar bestätigt, dass Werner L. die Stadthalle in der Treasury-Abteilung der Bank seinerzeit beraten hat. Nach dessen Abgang habe sich die Stadthalle schlecht beraten gefühlt und einen externen Berater hinzugezogen. Dass dies wieder Werner L. war, bestätigt Molnar ebenfalls und betont, dass er sich gut beraten fühlt: "Das Portfolio entwickelt sich gut. Der Gesamtertrag liegt bei 340.000 €."

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