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Dialog-backdrop Fußball-WM lockt Investoren nach BrasilienReportage. Zwei Super-Sportereignisse lassen österreichische Unternehmen auf Aufträge aus Brasilien hoffen. Nach Wachstumsraten wie in China wächst Brasilien heuer schwächer.
Brasilien zieht 2014 nicht nur Fußballfans an, auch Österreichs Unternehmen wollen am Zuckerhut zum Zug kommen ZitiertIngomar Lochschmidt - AußenhandelsdelegierterDie Köpfe zusammenstecken, netzwerken, gemeinsam Probleme lösen vergrößernGrafik
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ZitiertChristoph Leitl - WKÖ-PräsidentWir sollen nicht jammern, sondern hinausgehen in die Welt vergrößernGrafik
Rio De Janeiro. "Wenn man in Brasilien ist, merkt man, dass die Welt sich unheimlich dynamisch entwickelt. Europa und die USA braten viel zu sehr im eigenen Saft": Klare Worte des oberösterreichischen Unternehmers Dietmar Bahr, Geschäftsführer der Firma Anger, die Maschinen für die Autoindustrie liefert, Präzisionsteile für Getriebe und Motor. Vor sechs Jahren hat er mit Klaus Dirnberger die Firma übernommen, die derzeit mit 140 Mitarbeitern einen Umsatz von 30 Millionen € erzielt. Heuer peilt Bahr einen Umsatz von 45 Millionen € an. Bisher wird in Linz und Detroit hauptsächlich für VW, Mercedes, Audi und CDF (BMW-Getriebe) produziert. Brasilien soll ebenso wie China ein Tor für die Zukunft werden. Georgine Heindl-Rumper ist da schon einen großen Schritt weiter. Sie hat sich in Brasilien eingekauft und stockt nun ihre Anteile von zuvor 40 Prozent am Pipelinebauer Conduto um 20 Prozent auf. Das Unternehmen erzielt mit dem Pipelinebau und 1000 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von 150 Millionen Real, umgerechnet rund 70 Millionen €. Die Aufstockung soll nur ein erster Schritt bei der Übernahme der gesamten Conduto sein, sagt Holding-Chefin Heindl-Rumper im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt. Sie erzielt mit der Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft m. b. H. und 3800 Mitarbeitern in Europa einen Umsatz von 850 Millionen €. "... zusammenstecken" Bahr und Heindl-Rumper waren neben Frequentis oder Fronius in der Wirtschaftsdelegation von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl dabei. Erstmals wurde eine österreichische Managerund Investorenkonferenz in Brasilien veranstaltet und der Austausch zwischen Unternehmern forciert. Der österreichische Außenhandelsdelegierte Ingomar Lochschmidt nannte das so: "Die Köpfe zusammenstecken, netzwerken, gemeinsam Probleme lösen." Botschafter Hans-Peter Glanzer sieht positive Aussichten für heimische Unternehmen vor allem im Bereich der Infrastruktur. Die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 bieten zahlreiche Chancen. Im Jahr 2011 exportierte Österreich Waren im Wert von 1,48 Milliarden$ - also deutlich mehr als einer Milliarde € - nach Brasilien, das sich zum viertgrößten Überseemarkt von Österreich mauserte. Zum Vergleich: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 lieferten die Österreicher Waren im Wert von 817,2 Millionen € nach Brasilien; das war ein Plus von 23,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum lagen die Importe aus Sao Paulo & Co. bei 493 Millionen €, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Österreicher vor Ort WKÖ-Präsident Christoph Leitl sagte: "Unser Wohlstand ist abhängig von den Exporten. Wir sollen nicht jammern, sondern hinausgehen in die Welt." Dementsprechend stolz sei Österreich auf seine Unternehmen, die bereits im Ausland präsent sind. So sind Betriebe wie der oberösterreichische Flugzeugkomponentenhersteller FACC und der Grazer Spezialist für Antriebssysteme AVL List mit Embraer, dem drittgrößten Flugzeugbauer der Welt nach Airbus und Boeing, geschäftlich verbunden. Auch Böhler Edelstahl, Plansee und Voestalpine MCE haben Kontakte zum brasilianischen Flugzeugbauer. Zurzeit sind acht Verkehrsflugzeuge von Embraer in Österreich registriert - sieben neue ERJ-190 von Fly Niki und eine gebrauchte ERJ-170 von Peoples' Viennaline. Zudem lieferte Embraer Business-Jets nach Österreich. 200 Töchter Derzeit gibt es rund 200 österreichische Tochterfirmen in Brasilien, umgekehrt ist Österreich das Land in Europa mit den höchsten Auslandsinvestitionen aus Brasilien. Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den beiden Ländern lässt das Geschäft blühen.
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