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Kein Rechtsschutz mehr für Anleger

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von Oliver Jaindl | 10.02.2012 | 00:32

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Kein Rechtsschutz mehr für Anleger

Versicherung. Versicherungen reagieren auf Massenverfahren: Sie bieten keinen oder nur mehr sehr eingeschränkten Rechtsschutz für Schäden nach Finanzanlagen an.

WB_Foltin

Sehen Anleger-Rechtsschutzversicherungen kritisch: Bettina Hesse, Gerhard Horrion und Ludwig Strobl (v. li.) von Roland

Wien. Dass Anleger nach einem leidvollen Ausflug in die Finanzwelt mit einer Rechtsschutzversicherungs-Polizze in der Tasche zum Anwalt marschieren, dürfte auch in Österreich der Vergangenheit angehören: Rechtsschutzversicherer Roland etwa wird das Kapitel Rechtsschutz bei Anlegerschäden bei neuen Polizzen ausklammern. Die Deutschen sind aber nicht die einzigen Rechtsschutzversicherer, denen Anleger zu heikel geworden sind. Die Uniqa hat bereits für Verträge nach 2009 den Rechtsschutz auf Streitigkeiten etwa mit Lebensversicherungen oder sehr risikolosen Anleihen-Emittenten beschränkt. In Deutschland ist das bereits Usus, seit dort die Versicherungswirtschaft bei Massenverfahren gegen Fonds - zur Freude vieler Anwälte - tief in die Tasche greifen musste.

Laut Bettina Hesse, die bei Roland für das internationale Geschäft verantwortlich ist, überlegt man zwar, eine eigene Rechtsschutzversicherung für Anleger auf den Markt zu bringen. Dennoch bestehen Zweifel, ob sich das rechnet: Derzeit würden bereits amerikanische Immobilienfonds nach Mitarbeitern suchen, um den EU-Markt zu erobern. Dazu kommen "Altlasten" von 2008, die in anderen Fonds schlummern. Streitigkeiten sind laut Hesse auch in der Zukunft programmiert.

Roland-Vorstandschef Gerhard Horrion legt angesichts häufiger werdender Vorwürfe gegen Führungskräfte mehr Augenmerk auf Managerversicherungen, die Verdienstausfälle und Rechtsschutz abdecken. Horrions Österreich-Direktor Ludwig Strobl hat aus aktuellem Anlass -dem Brustimplantate-Skandal - eine Versicherung entwickelt, die Risiken von Schönheitsbehandlungen abdeckt. Während dies eine eher bunte Produktidee ist, zeigen die Beispiele dennoch deutlich, dass Bedarf nach immer spezielleren Versicherungen besteht.

M&A-Welle erwartet

Allein in Österreich teilen sich 24 Anbieter den Markt. "Eine derartige Atomisierung ist in keiner anderen Industrie denkbar", sagt Horrion. Er rechnet mit einer M& A-Welle bei Rechtsschutzversicherern. Roland ist in Deutschland durch Übernahmen gewachsen.

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