von Thomas Pressberger | 16.02.2012 | 00:35
KMU laufen immer noch oft ins offene Messer
Beratung. Das Risikobewusstsein bei den heimischen Unternehmen ist nach wie vor wenig ausgeprägt.
Mangelndes Controlling ist laut Arithmetica-Geschäftsführer Christoph Krischanitz die häufigste Insolvenzursache
Wien. Die meisten Unternehmen lassen sich von Unheil überraschen. Vor allem KMU sind hier prominent vertreten. Dabei wäre das nicht nötig, meint Christoph Krischanitz, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Arithmetica: "Beim Risikomanagement hat sich in den vergangenen Monaten nicht sehr viel geändert."
Viele würden sich gar nicht mit dem Thema Risiko beschäftigen, manche würden gleich nach den ersten Schritten stecken bleiben - oder das Risikomanagement laufe abseits der Planungsprozesse. Musterschüler gebe es nur wenige. "Allerdings spüren wir den Drang der Unternehmen, mehr zu tun", sagt Krischanitz. Und das will er unterstützen.
Der Weg zum Glück
Zuerst müssten die Risiken identifiziert, die Möglichkeiten ausgelotet und die Höhe des Budgets für die Bewältigung dieser festlegt werden. Die Risikoidentifikation geschehe in der Regel durch Brainstorming, Mitarbeiterbefragung oder Prozessanalysen, man dürfe sich jedoch nicht in einer Unzahl an Risiken verlieren. Auch sei es wichtig, ob man am oberen oder unteren Ende der Hierarchie zu recherchieren beginne. Ideal sei eine Kombination von beiden. Ein strukturiertes Vorgehen und Unterteilen in Risikoarten sei ebenfalls hilfreich.
"Danach sollten sich die wesentlichsten Probleme herauskristallisieren", sagt Krischanitz. Als größte Risikoquellen nennt er unter anderem falsche Personalpolitik, Qualitätsabbau bei Produkten oder Dienstleistungen oder schwache Kundenbeziehungen. Insolvenzursache Nummer eins ist laut Krischanitz übrigens mangelndes Controlling, also unzureichendes Informations- und Datenmanagement.
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