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Dialog-backdrop Lizenz weg, Ausblick negativ: A-Jet muss am Boden bleibenKonkurs. Einst war die A-Tec-Tochter A-Jet der Liebling von Mirko Kovats. Nun wurde die „Air Kovats" zum Insolvenzfall.
Harte Bandagen: Laut Peter Tutschek war A-Jet schon länger im Trudeln - die Sichtweisen von ihm und Kovats könnten unterschiedlicher nicht sein. Nun ist A-Jet im Konkurs Malev-PleiteBudapest. Die Malev-Pleite könnte für Ungarn teuer werden. Denn die Airline brachte rund 40 Prozent der Frequenz des Flughafens Budapest. Dieser gehört dem deutschen Baukonzern Hochtief und laut Privatisierungsvertrag ist der Besitzer bei einer Frequenzreduktion schadlos zu halten. Medienberichten zufolge ist der ungarische Staat zu einer Schadenersatzzahlung von 1,5 Milliarden €verpflichtet. Diese müssten aus dem Budget 2012 kommen. Die Folge wäre, dass Ungarn das Defizitziel nicht erreichen würde, was die Verhandlungen über einen Notkredit des IWF verzögern und die Kluft mit Brüssel weiter vertiefen könnte. Ein Teil der sinkenden Einnahmen der Luftfahrtbehörde Hungaro Control sind ebenfalls aus dem Budget zu begleichen. Größter Profiteur der Pleite könnte der ungarische Billig-Carrier Wizz Air werden. Dieser will, so wie andere Mitbewerber, Malev-Destinationen verstärkt anfliegen. (ex)
Wien. „Ich kann bestätigen, dass über das Vermögen der A-Jet ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist", sagt der Sprecher des Handelsgerichts Wien, Heinz-Peter Schinzel: In der Geschichte von A-Jet - einer Tochter von Mirko Kovats' 2010 zum Sanierungsfall gewordenen A-Tec-Konzern - wurde das letzte Kapitel aufgeschlagen. Der kürzlich eingesetzte Geschäftsführer Gert Bergmann hat am Donnerstag den Konkurs der GmbH beantragt. Das Handelsgericht gab dem Schuldnerantrag statt. Behörde stutzte Flügel Der Hintergrund der Insolvenz (Aktiva: 165.000 €, Passiva 650.000 €) ist umstritten. Bergmann verweist darauf, dass das Verkehrsministerium A-Jet vor wenigen Tagen die Lizenz zum gewerblichen Fliegen entzogen hat. Das war das einzige greifbare Asset des Business-Jet-Unternehmens, das einen Investor hätte interessieren können. Ein Jet saß nach dem Entzug der Lizenz in Miami fest und musste privat überstellt werden. Der Entzug der Lizenz sei allerdings nicht überraschend gekommen. Das Ministerium hatte sich schon länger dafür interessiert, ob A-Jet finanziell gesund genug zum gewerblichen Fliegen ist. Bergmanns kurzfristig abberufener Vorgänger, der A-Tec-CFO Franz Fehringer, habe den Behörden nicht die verlangten Informationen gegeben - offenbar über Monate. Bergmann: Nun „wurde die Betriebsgenehmigung entzogen, weil die benötigten finanziellen Daten nicht zur Verfügung gestellt worden waren." A-Tec hatte wiederholt Geld in A-Jet gepumpt und war seiner Tochter zur Seite gestanden. Ein Fortbestand wäre möglich gewesen - aber nur mit Lizenz, meint Bergmann. Der Vater von A-Jet ist Peter Tutschek. Er war 2007 als 20-Prozent-Gesellschafter und Geschäftsführer an den Start gegangen. 80 Prozent der GmbH gehören A-Tec. A-Tec-Vorstand Kovats war früher (Privat-)Flieger - Fliegerei ist, wie er sagt, „eines von vielen" Interessen. Die Jets waren aber auch ein Prestige-Projekt. A-Tec-Pleite färbte ab Tutschek spricht davon, dass das Unternehmen nach der Krise 2008 und trotz einer Erholung 2009 bereits Ende 2010 insolvent gewesen wäre: Das Eigenkapital von A-Jet war negativ und ein für das Unternehmen wichtiger Jet war nicht mehr benützbar. Weiters habe sich die Insolvenz der Mutter auf das Geschäft von A-Jet negativ ausgewirkt. Tutschek suchte bei einer Insolvenzberaterin Rat: „Sie hatte mir damals als letzten Termin für einen Insolvenzantrag den 14. Jänner 2011 genannt." Kovats hätte ihn unter Druck gesetzt, die Geschäftsführung niederzulegen und keine Insolvenz zu beantragen. Laut Tutschek wollte Kovats, dass die eigenverwaltete Sanierung der A-Tec nicht durch eine Pleite der kleinen Flugzeug-Tochter gefährdet wird. Bis 13. Jänner 2011 war Tutschek Geschäftsführer. Danach wurde A-Tec-CFO Fehringer eingesetzt. Kovats findet scharfe Worte gegen Tutschek und stellt seine Aussagen in Abrede. Er gibt Bergmann die Schuld an der Pleite, weil Gehälter offen blieben und verärgerte Mitarbeiter bei Behörden Wind gegen A-Jet gemacht hätten. Wie das WirtschaftsBlatt erfahren hat, soll es bei A-Jet merkwürdige Abflüsse von Geld (eine niedrige sechsstellige Summe) gegeben haben. Es sei auf Konten einer Firma in Bahrain gelandet. Bergmann: „Es gab Geschäftsprozesse, die mir nicht ganz klar waren." Zu den Transaktionen aus der GmbH war es in der Ära Fehringer (er war nicht erreichbar, Anm.) gekommen. mehr Branchen…
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