Österreich erhält Russland-Gas ohne Einschränkungen
Während Gazprom den Gashahn in Richtung Westen etwas zudreht, bleibt die Versorgung hier zu Lande, nicht zuletzt auf Grund der Speicher in Österreich, weiter zu Gänze aufrecht.
Die heimischen Gasspeicher sind noch weitgehend voll, OMV und RAG (im Bild) können derzeit Rekordmengen aus den unterirdischen Lagern entnehmen
Die OMV und die RAG melden "keine Liefereinschränkungen" von russischem Gas nach Österreich. Gestern hatten Medien unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass der russische Gaskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Europa wegen der gestiegenen Nachfrage auf dem heimischen Markt deutlich reduziert habe.
Die friktionslose Versorgung funktioniert auch, weil der russische Gaskonzern seine Gas-Speicherkapazitäten in Österreich kräftig erhöht hat. Im Gasspeicher Haidach in Salzburg wurden heuer 1,6 Mrd. Kubikmeter eingelagert, anstatt der 1 Mrd. Kubikmeter im Jahr 2010. Gazprom betonte heute, trotz der Kältewelle seine vertraglich vereinbarten Gasmengen nach Europa zu liefern. "Um die Exporte zu gewährleisten, hat der Konzern alle vorhandenen Pipelines ausgelastet und entnimmt seinen Speichern in Europa deutlich mehr Gas", teilte der Staatskonzern am Mittwoch in Moskau laut dpa mit.
Gasverbrauch schnellt hoch
Parallel zum Fallen der Temperaturen geht der Gasverbrauch kräftig nach oben. Der Gasverbrauch ist deswegen bei der Wien Energie gegenüber einem Durchschnittswintertag um 27 Prozent gestiegen und bei der EVN in Niederösterreich um mehr als 20 Prozent. Wenn die Temperaturen von 0 auf minus 5 Grad sinkt, steigt der Heizbedarf um 25 Prozent, erklärte EVN-Pressesprecher Stefan Zach. Wegen der vergleichsweise warmen Monate Dezember und Jänner werden sich die Heizkosten voraussichtlich "nicht wesentlich ändern."
An den tiefen Temperaturen wird sich laut ZAMG aber vorerst nichts ändern, im Gegenteil: Vor allem die Tageshöchsttemperaturen werden immer weiter in Richtung Keller sinken. "Steigt" die Quecksilbersäule am heutigen Mittwoch im Osten noch auf drei, vier Grad minus, sind es am Donnerstag minus sechs und am Wochenende minus zehn Grad.
Die OMV und RAG melden indes volle Gasspeicher: "Die OMV ist für den weiteren Verlauf dieses Winters gut gerüstet. Unsere Erdgasspeicher sind sehr gut gefüllt. Die Versorgung Österreichs ist sicher gestellt", so OMV-Chef Gerhard Roiss. Die OMV hat Gas-Speicherkapazitäten für 2,3 Mrd. Kubikmeter und die RAG verfügt über rund 5 Mrd. Kubikmeter. "Unsere Speicher sind komplett gefüllt, seit heute Nacht haben wir die höchsten Ausspeicherraten aller Zeiten", so Markus Mitteregger, Generaldirektor der RAG. Pro Stunde fließe derzeit aus allen RAG-Speichern rund 1,5 Millionen Kubikmeter Gas, damit seien 70 Prozent der Gesamtleistung genutzt. "Es kann durchaus noch kälter werden", betonte der RAG-Geschäftsführer.
In den Speichern österreichischer Erdgasunternehmen sind derzeit laut Fachverband rund 7 Mrd. Kubikmeter Erdgas eingelagert. Das entspricht rund 85 Prozent des österreichischen Jahresbedarfs von 8,4 Mrd. Kubikmetern.
(APA)
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