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Orange-Übernahme durch "3" bleibt in Warteschleife

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von Christian Kreuzer, Thomas Jäkle | 31.01.2012 | 00:39

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Orange-Übernahme durch "3" bleibt in Warteschleife

Mobilfunk. Noch wartet Orange auf seine Übernahme durch "3".Yesss und Eety machen die Übernahme schwerer - Zusatzkosten könnten entstehen

APA/EPA

Nachschuss oder Abschluss: Die Orange-Eigentümer kommen durch die Verzögerungen immer mehr in die Bredouille

Facts

Viele Deals
Seit September 2011 gilt Orange Austria als Übernahmekandidat für Hutchison 3G ("3"). Zweimal wurde die Vertragsunterzeichnung verschoben -vor Weihnachten und vorige Woche. 1,4 Milliarden €soll Hutchison 3G bereit sein, an die Orange-Eigentümer France Télécom (35 Prozent) und Mid Europa Partners (65 Prozent) zu bezahlen.

Hutchison selbst will nur Orange Austria übernehmen. Die Billigschiene Yesss sowie Eety (eine Beteiligung von 25,1 Prozent) will "3" sofort an A1 weiterverkaufen. Außerdem sollen UMTS-Funkfrequenzen und Sendeanlagen an A1 verkauft werden. Der viertgrößte und kleinste Netzbetreiber "3" will mit dem drittgrößten Betreiber Orange T-Mobile Austria vom zweiten Platz stoßen.

Wien. Die Übernahme von Orange durch Hutchison 3G ("3") gerät zur Never Ending Story. France-Télécom-Vorstandschef und Orange-Austria-Miteigentümer Stéphane Richard hatte vor über einer Woche erklärt, dass es nur noch eine Frage von "wenigen Tagen" sein werde, bis die Verträge unterschrieben werden. Die EU-Wettbewerbskommission in Brüssel erklärt dem WirtschaftsBlatt, dass bisher noch keine Anmeldung - weder eine sogenannte Prenotification noch eine normale Benachrichtigung - der involvierten Vertragsparteien eingegangen sei.

Der Deal hätte indes schon länger über die Bühne gehen sollen. Die Übernahme ist komplexer als ursprünglich anzunehmen war, heißt es in involvierten Kreisen. Für die beiden Orange-Eigentümer, France Télécom (35 Prozent) und Mid Europa Partners (65 Prozent) dürfte das Warten problematisch werden, berichten Insider. Im Hintergrund läuft eine komplexe Finanzierungsstruktur mit verschachtelten Untergesellschaften mit Sitz in Belgien. Diese müssen erst entflochten werden. Viel schwerer wiegt, wenn der Deal nicht bald zustande kommt. Denn dann müssten beide Orange-Eigentümer neues Kapital zuschießen, erfuhr das WirtschaftsBlatt von internen Kreisen.

Schwierige Side-Deals

Der Grund für die Verzögerung ist vielschichtig. "3" übernimmt Orange komplett, mitsamt Funkfrequenzen, Sendeanlagen sowie den Billig-Mobilfunktöchtern Yesss und der 25,1-Prozent-Beteiligung von Orange Austria an Eety.

Sehr gut informierte Kreise machen die Telekom Austria für den zeitlich in die Länge gezogenen Vertragspoker verantwortlich. Die TA übernimmt die Orange-Billigschiene Yesss mit 750.000 Kunden. Ebenso will "3"-Geschäftsführer Jan Trionow den Eety-Anteil (Eety hat 20.000 Kunden; Anm.) an die TA verkaufen. Diese soll aber auch die ungleich wertvolleren zwei UMTS-Frequenzpakete von Orange sowie bestehende Funkmasten bekommen. Der Wert dieses Deals mit der TA wird auf rund 300 Millionen € beziffert. Unterm Strich zahlt Hutchison somit 1,1 Milliarden €.

Der Deal muss jedenfalls das Genehmigungsverfahren der EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel durchlaufen. Sollte es Einsprüche geben, könnte das Closing erst im Herbst 2012 erfolgen.

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