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Regulierung: 2012 wird Schicksalsjahr für Banken

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von Eva Komarek | 01.02.2012 | 10:10

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Regulierung: 2012 wird Schicksalsjahr für Banken

Eine Flut an europäischen und globalen Regulierungen wird den Banken heuer zu schaffen machen. Das steigende Kreditrisiko wird das Wachstum belasten.

kpmg

KPMG-Geschäftsführer Bernhard Gruber: Österreichs Banken brauchen keine Staatshilfe.

Zitiert

Bernhard Gruber, KPMG-Geschäftsführer

All diese Regulierungen werden die Grundlagen des Bankgeschäftes gänzlich verändern

Wien. Eine Ära fetter Gewinne geht zu Ende. Wer im Bankgeschäft überleben will, wird sein Geschäftsmodell radikal ändern müssen, sagt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens KPMG, die die weltweite Bankenbranche unter die Lupe genommen hat. Eine ganze Flut an Regulierungen und neuen Anforderungen kommt auf die Institute zu und muss in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden.

Zwar lässt Basel III den Banken bis 2018 Zeit, um sich auf die Veränderungen einzustellen. Da reichen auf dem Papier bis 2013 3,5 Prozent an hartem Kernkapital. Doch dieser Zeitplan wurde durch die Stresstests der EBA (European Banking Authority) überholt, die nun als Reaktion auf die neuerliche Krise von den systemrelevanten Banken ab Juni 2012 bis auf Weiteres eine Quote von neun Prozent fordert. Hinzu kommen die Vorschriften durch die Crises Management Directive, die den Großbanken vorschreibt, detaillierte Pläne für ihre Sanierung beziehungsweise Abwicklung im Ernstfall, sogenannte "Living Wills", zu erstellen, sagt Bernhard Gruber, Geschäftsführer bei KPMG Austria. Welche Bank sich diesen Regeln unterwerfen muss, wird die lokale Aufsicht, also die FMA entscheiden. Den Entwurf erwartet Gruber im Februar, in Kraft treten dürfte die Direktive 2015. "All diese Regulierungen werden die Grundlagen des Bankgeschäftes gänzlich verändern", ist Gruber überzeugt. Denn diese Reformen erfordern nicht nur die volle Aufmerksamkeit des Managements, sondern auch Umstellungen des IT-Systems und der Mitarbeiterressourcen. "Alleine die Umstellung der IT-Systeme kann eine Großbank einen zweibis dreistelligen Millionenbetrag kosten", so Gruber. Bis Juni wird die Banken die Erfüllung der EBA-Kernkapitalquote beschäftigen. Gruber ist zwar sicher, dass die österreichischen Banken die Quote ohne Staatshilfe erfüllen werden können, aber es werde einiges kosten: "Kapitalerhöhungen sind bei der derzeitigen Marktlage kaum machbar. Das heißt, es wird nur durch das Abbauen der risikogewichteten Assets, Kostensenkungen und Heben stiller Reserven gehen."

Neue Bilanzregeln

Dann kommt zu allem Übermaß 2015 auch noch die Umstellung auf IFRS9, ebenfalls ein großer Brocken, der laut Gruber schon 2012 angegangen werden muss. Nach diesen neuen Bilanzierungsregeln werden mehr Aktiva zum Marktwert bewertet werden müssen. "Das wird dazu führen, dass sich die Gefahr, unter die vorgeschriebene Kernkapitalquote zu fallen, erhöht und letztlich noch höhere Puffer eingebaut werden müssen", befürchtet Gruber. Die Banken werden sich auf ihr ursächliches Kerngeschäft und risikoärmere Dienstleistungen konzentrieren müssen. Die Auswirkungen der Reformen und der schnelle Umsetzungsplan könnten sich negativ auf die Realwirtschaft auswirken. Schätzungen gehen von rund 0,2 Prozentpunkten des BIP aus. "Da ist man bald an der Grenze angelangt, wo die Kosten für das krisenresistentere System den möglichen Nutzen übersteigen", resümiert Gruber.

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