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Rückblick: Die Unternehmensgeschichte von Zielpunkt

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07.02.2012 | 14:55

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Rückblick: Die Unternehmensgeschichte von Zielpunkt

Handel. Von Löwa zu Zielpunkt zu Plus zu Zielpunkt. Die unklare Positionierung verwirrte Kunden, führte zu Abwanderung und Millionenverlusten.

APA

Die Wurzeln von Zielpunkt gehen ins Jahr 1967 zurück. Walter Löwe gründete damals das Handelshaus Löwa, das 1972 an die deutsche Tengelmann-Gruppe (Kik, Obi) verkauft wurde. Aus Löwa wurde Zielpunkt, ab 2003 wurde auf Plus umgestellt. 2008 änderte Tengelmann die Strategie und stellte wieder auf Zielpunkt um. Die unklare Positionierung verwirrte Kunden, führte zu Abwanderung und Millionenverlusten.

Verlustreiche Kette

Schon seit 2006 stagnierten die Umsätze, ab 2008 gab es bereits erhebliche Umsatz- und Margenverluste. Im Mai 2010 übernahm schließlich der deutsch-luxemburgische Finanzinvestor BluO, hinter dem die früheren Chefs der Beteiligungsgesellschaft Arques, Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, stecken, die verlustreiche Kette von Tengelmann. Als Sanierer und Vorstandsvorsitzender wurde der Deutsche Jan Satek gerufen, der Zielpunkt nun gemeinsam mit zwei Investoren übernahm und die Lebensmittelkette aus der Verlustzone führen will. "Ich glaube an Zielpunkt", sagte der 45-Jährige heute vor Journalisten in Wien.

Zum Zeitpunkt des Verkaufs an BluO (2010) machte Zielpunkt bei einem Umsatz von rund 550 Mio. Euro einen EBITDA-Verlust von 23 Mio. Euro. Im Jahr 2011/12 (per Ende März) wird sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf minus 5 Mio. Euro belaufen. Der bereits für 2011 angepeilte Turnaround soll nun heuer gelingen. 2013 soll Zielpunkt wieder Gewinne schreiben.

Unklare Positionierung

Nach langen Zeiten unklarer Positionierung soll Zielpunkt der Nahversorger am Markt sein. Der Fokus liegt auf Eigenmarken und österreichischen Produkten. Unter Tengelmann führte die Kette viele deutsche Marken, die beim heimischen Konsumenten nicht gefragt waren. Den Non-Food-Bereich will Satek künftig verkleinern.

Dass BluO die Kette bereits nach so kurzer Zeit loswerden wollte, will Satek nicht als schlechtes Omen verstanden wissen. "Die haben einfach eine andere strategische Ausrichtung", meinte er. Im Jahr 2010 hatte es geheißen, Zielpunkt werde in drei bis fünf Jahren wieder verkauft. Derzeit hält BluO noch Anteile an der Modekette Adler, die seit Mitte 2011 an der Börse ist. Zudem gehören das deutsche Chemieunternehmen Alzchem sowie einige kleinere Beteiligungen zu dem Finanzinvestor.

Zielpunkt betreibt mit 3.000 Beschäftigten 300 Standorte und teilt sich mit einem Marktanteil von rund 4 Prozent den vierten Platz mit dem Diskonter Lidl. Unangefochtener Marktführer ist Rewe (Billa, Merkur usw.), gefolgt von Spar und Hofer - zusammen beherrschen sie über 80 Prozent des österreichischen Lebensmittelhandels.

(APA)

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