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Sberbank zahlt nur 505 Millionen Euro für ÖVAG-Osttochter

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von Leo Himmelbauer | 15.02.2012 | 17:02

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Sberbank zahlt nur 505 Millionen Euro für ÖVAG-Osttochter

Die grösste russische Bank war gut im Verhandeln. Volksbank International wurde billiger erworben als ursprünglich ausgemacht. Die ÖVAG ist jedoch zufrieden.

APA

ÖVAG-Chef Gerald Wenzel und Sberbank-Chef Herman Gref sind sich einig

Die Pressekonferenz war für 16.15 Uhr angesetzt. ÖVAG-Chef Gerald Wenzel und Sberbank-Chef Herman Gref besiegelten das Closing. Die ÖVAG verkauft bekanntlich ihre Tochter Volksbank International (VBI), ausgenommen der rumänischen Einheit, an die grösste russische Bank. Das war im Spätsommer 2011 vereinbart worden.

Der Börse Express und auch nachrichten.at hatten heute vom Closing berichtet, die Finanzagentur Bloomberg ebenso. Auf diesen Portalen war der Kaufpreis nachzulesen, den Gref zu zahlen bereit ist: 505 Millionen €. Die Sberbank hatte ihn in ihrer Presseaussendung genannt, die Mittwoch Nachmittag ausgeschickt wurde und um Einhaltung der Sperrfrist 17 Uhr ersucht. Das mit der Sperrfrist ist so eine Sache, denn die Sberbank selbst veröffentlichte die Closing-Details um 16.30 Uhr über den ad-hoc-Dienst dgap nochmals.

Es war freilich kein Geheimnis, dass von den ursprünglich vereinbarten 585 Millionen € nicht mehr die Rede sein kann, weil die VBI ihrer Ungarn-Tochter im November 80 Millionen € hatte nachschiessen müssen. Die "Presse" hatte schon Anfang Februar unter Verweis auf Sberbank-Vizechef Sergej Gorkov den Kaufpreis mit 505 Millionen € beziffert. "Wir waren ziemlich unangenehme Verhandler", sagte Gorkov laut "Presse".

Nach dem Abschluss der Übernahme wird die Sberbank, so im Vorjahr vereinbart, von den VBI-Eigentümern, ÖVAG, DZ Bank, WGZ Bank und BPCE auch 2,1 Milliarden € Gesellschafter-Finanzierung übernehmen, die ÖVAG oder eine von der ÖVAG geleitete Bankengruppe wird der Sberbank einen Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren in Höhe von 500 Millionen € zur Verfügung stellen.

Die schwer defizitäre ÖVAG hatte am 9. Februar eine von der Republik Österreich garantierte Anleihe im Volumen von einer Milliarde € getilt. Insgesamt hat die ÖVAG 2009 in drei Tranchen staatsgarantierte Anleihen von drei Milliarden € platziert. Die Laufzeiten betrugen zwischen drei und vier Jahren. Die beiden weiteren staatlich garantierten Anleihen laufen im September 2012 bzw. im März 2013 aus.

Laut Sberbank ist die heute in Wien endgültig besiegelte "historische Transaktion" die erste größere Firmenübernahme außerhalb der GUS und kennzeichne den letzten Schritt des Übergangs von einem großen nationalen Finanzinstitut zu einer führenden internationalen Bank. Ohne die VB Rumänien hat die VBI 295 Niederlassungen und mehr als 600.000 Kunden. Die Tochtergesellschaften der VBI gehören, gemessen an der Bilanzsumme, in Bosnien und Herzegowina, in Kroatien, in der Tschechischen Republik und in der Slowakei zu den Top 10 Finanzinstituten und zu den Top 15 Finanzinstituten in Ungarn, Serbien und Slowenien. Die VBI ist außerdem in der Ukraine präsent und verfügt auch über eine Banklizenz in Österreich.

Sberbank-Chef Gref in der Aussendung: "Diese Transaktion ist ein bedeutender Schritt in der internationalen Strategie der Sberbank auf unserem Weg zu einem wahrhaft globalen Finanzkonzern. Mit ihren Kapital- und Finanzierungsmöglichkeiten befindet sich die Sberbank in der einmaligen Lage, von dem Wachstumspotenzial der Länder in Mittel- und Osteuropa profitieren zu können. Wir sind zuversichtlich, dass die Sberbank die VBI als starke Basis zu gezieltem Wachstum nutzen wirdj."

ÖVAG-Chef Wenzel gegenüber der APA: "Der Verkauf dieser Beteiligung stellt einen wichtigen Schritt in der Umsetzung der Reformstrategie der ÖVAG dar. Nach dem erfolgreichen Verkauf des Immobilienentwicklers Europolis konnte nun eine weitere Transaktion in einem extrem schwierigen Marktumfeld zum Abschluss gebracht werden, die viele positive Effekte für die ÖVAG bringt."

Mit dem Verkauf der VBI werde sich die Finanzsituation der ÖVAG weiter verbessern, in mehrerer Hinsicht, so Wenzel:

- Erstens durch eine Stärkung der Liquiditätsausstattung - mit dem Deal werden Mittel von 1,1 Milliarden € frei, die in die Entwicklung des Kerngeschäfts investiert werden können.

- Zweitens durch eine Reduktion der risikogewichteten Aktiva (RWA) bezogen auf das Gesamtrisiko (inkl. operationelles Risiko) um signifikante 6,6 Milliarden €

- Drittens verbessert sich die Eigenmittelquote um ca. zwei Prozentpunkte (berechnet nach Basel II) bzw. kommt es zu einer Entlastung des Netto-Kernkapitals um ca. 300 Millionen €.

 

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