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„Unternehmen stehen Schlange um die Logen"

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von Thomas Pressberger | 15.02.2012 | 22:58

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„Unternehmen stehen Schlange um die Logen"

Interview. Trotz Sparpaket reißen sich Firmenkunden um die Opernball-Logen.

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Der Opernball ist für viele Unternehmen essenziell, meinen Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Opernball-Organisatorin Desirée Treichl-Stürgkh

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Das Highlight der Ballsaison

WirtschaftsBlatt: Welche wirtschaftliche Bedeutung hat der Opernball?

Dominique Meyer: Zuerst ist es eine riesige Werbung für die Oper. Der Opernball hat im TV mit Abstand die höchsten Einschaltquoten. In allen Zeitungen wird wochenlang darüber geschrieben. Desirée Treichl-Stürgkh: Der Ball hat riesige wirtschaftliche Effekte. Es bleiben mehr als 1,1 Millionen € übrig. Früher wurde der Opernball anders bewertet. Heute weiß man, was für ein Verlust das für die Unternehmen wäre, würde es ihn nicht geben. Viele Firmen machen zu dieser Zeit den Umsatz von einem halben Jahr.

Sie stehen dem Ball aufgeschlossener gegenüber als Ihr Vorgänger. Was wird anders?

Meyer: Mein Vorgänger hat sich oft gegen den Ball geäußert, aber das war auch ein Spiel, denke ich. Als Opernchef kann man das Ergebnis des Balls aber nicht außer Acht lassen. Für die Stadt Wien ist er sehr wichtig. Allerdings schränkt es auch den Vorstellungsbetrieb ein. Wir haben bisher ein paar Sachen verändert, wie zum Beispiel die Eröffnung.

Treichl-Stürgkh: Wir wollten in der Eröffnung zwei wichtige Säulen des Hauses sehen: das Orchester und das Ballett. Der Opernball ist ein Ball der Künstler geworden. Auch die Jungen fühlen sich wohler. Früher sind sie mit Jeans in Plastiksackerln gekommen und früh in die Disco gegangen. Heute bleiben sie länger.

Was sind wirtschaftlich die größten Herausforderungen bei der Organisation?

Treichl-Stürgkh: Der Verkauf der Logen. Die großen kosten 18.500 €, die kleinen rund 9000 €. Es gibt 140 bis 150 Stück. Wenn man da etliche nicht verkauft, wäre das ein riesiges Loch. Wir versuchen auch immer, neue Sponsoring-Möglichkeiten zu finden, ohne dass die Oper das Gesicht verliert.

Meyer: Manche verstehen nicht, dass schlechte Werbung bei Besuchern nicht ankommt und einen negativen Effekt hat. Die Oper muss sauber bleiben und soll nicht voll mit Anzeigen oder Werbung sein.

Treichl-Stürgkh: Als ich begonnen habe, gab es überall große Plakate, das wollte ich ändern. Jetzt gibt es nur noch ganz kleine Werbung.

Was für einen Werbeeffekt haben Lugner und Co.?

Meyer: Ich mische mich nicht in die Debatte ein. Es gibt Leute, die ihre persönliche Werbung machen wollen, aber das ist nicht unsere Aufgabe.

Wie verfolgen Kunst- und Kulturtreibende wie Sie die Zeiten der Wirtschaftskrise und des Sparpakets?

Meyer: Wir wissen, dass alle sparen müssen, doch in unserem Bereich ist das schwierig. Wir müssen drei bis vier Jahre vorausplanen, die Anzahl der Veranstaltungen, die Stars, die Gehälter. Wie die wirtschaftliche Situation in zwei drei Jahren sein wird, weiß kein Mensch, wer 2014 die Bohème singen wird, weiß ich heute schon.

Gibt es Rückgänge bei Gästen oder Firmenkunden?

Treichl-Stürgkh: Nein, im Gegenteil. Es gibt viele neue Anfragen, auch aus neuen Gebieten. Die Nachfrage ist da. Meyer: Die Unternehmen stehen Schlange, um Logen zu bekommen. Auch im allgemeinen Betrieb sind wir voll. Die Opern-Auslastung liegt bei 99,7 Prozent. Das ist praktisch ausverkauft.

Wie wird der Opernball in zehn oder fünfzehn Jahren aussehen?

Treichl-Stürgkh: (lacht) Das weiß ich nicht, da sind wir beide nicht mehr da.

Meyer: Mein Vertrag läuft bis 2020. Aber jedes Ding hat seine Zeit. Jetzt machen wir einmal diesen Ball und schauen uns danach an, was wir besser machen können.

Lesen Sie hier mehr zum Wiener Opernball

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