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Vereine als Konkurrenz für etablierte Verbraucherschützer

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von Oliver Jaindl | 13.02.2012 | 08:42

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Vereine als Konkurrenz für etablierte Verbraucherschützer

Veranlagung. Private Anleger- und Konsumentenschutzvereine scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Manche können als ungewöhnlich bezeichnet werden.

APA/Gindl

Initiativen versuchen, im Betätigungsfeld des VKI Klienten zu gewinnen. Manche davon sind etwas eigenwillig aufgebaut

Wien. Die Konsumentenschützer sehen sich immer öfter privater Konkurrenz gegenüber: Zahlreiche Vereine nehmen sich Anleger-und Konsumententhemen an -offensichtlich scheinen Beratungen, gerade in Zeiten von Anlegerskandalen, zusehends zu einem Markt zu werden.

Das Angebot reicht vom klassischen Verbraucher-und Anlegerschutz bis hin zu Anwälten, die via Internet Klienten für Sammelklagen nach dem Costa Concordia-Unglück verpflichten wollen oder Seiten, die Ersatz bei Problemen mit Flügen versprechen.

Die privaten Initiativen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von den "klassischen" Konsumentenschützern Arbeiterkammer (AK) und Verein für Konsumenteninformation (VKI): Sie können als einzige Verbandsklagen führen, bei denen auch wegen Kleinigkeiten, die aber ein verbreitetes Ärgernis sind, OGH-Entscheidungen errungen werden können. Außerdem sind diese Institutionen nicht von Mitgliederanwerbung abhängig.

Ein privater Verein, der in Österreich rasch wachsen will, ist "Konsumentenschutzwien. at". Obmann Lukas Bichl will heuer Filialen in Linz, St. Pölten, Eisenstadt und Graz eröffnen. Der Verein soll knapp 10.000 Mitglieder zählen. Beobachter und dem WirtschaftsBlatt bekannte Insider zweifeln die Zahl aber an. Bichl: "Die Mitgliederzahl ist belegbar, wir haben zwischen 350 und 400 Neuanmeldungen im Monat."

Callcenter in Rumänien

Der Verein beschäftigt 26 Vollzeitmitarbeiter. Acht sitzen in einem Callcenter in Rumänien, das Anrufe österreichischer Verbraucher entgegennimmt und Standard-Rechtsauskünfte (etwa Gewährleistungsfälle) erteilt. Heiklere Fälle werden in Wien erledigt. "Wir haben Schreibtätigkeiten (etwa Briefe an Unternehmen, Anm.) nach Rumänien ausgelagert. Sie stellen Standardprozeduren dar. Die Endkontrolle erfolgt aber ausschließlich in Wien."

Die Mitarbeiter sind laut Bichl "Fachleute oder Juristen. Sie verdienen 1200 € netto im Monat. Ich arbeite ehrenamtlich." Die Mitarbeiter werden zum Teil mit Förderungen des AMS oder Stiftungen bezahlt.

Bichler ist gelernter Elektroinstallationstechniker und hat sich mit Kursen weitergebildet - verweist darauf, dass man bei seinem Verein für 92 € Jahresbeitrag (plus 30 € Einschreibgebühr) alle Leistungen in Anspruch nehmen darf. Beim VKI sei oft jede Einzelleistung zu zahlen, oder man werde auf kostenpflichtige Hotlines verwiesen (der VKI nennt 15 € Unkostenbeitrag, viele Leistungen sind gratis).

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