
|
Dialog-backdrop Auszeichnungen für Physiker Rudolf Grimm, Anton Zeilinger
Der renommierte Wolf-Preis für Physik 2010 geht an den Wiener Physiker Anton Zeilinger (Uni Wien). Zeilinger teilt sich die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung mit Alain Aspect (Frankreich) und John Clauser (USA), teilte die Universität in einer Aussendung am Dienstag mit. Alle drei Wissenschafter wurden "für ihre grundlegenden konzeptionellen und experimentellen Beiträge zu den Grundlagen der Quantenphysik" ausgewählt, so die Begründung der Wolf Foundation (Israel). Die Arbeiten von John Clauser, Alain Aspect und Anton Zeilinger zur quantenphysikalischen Verschränkung seien heute "fundamentale Grundsteine für viele moderne Quanteninformationstechnologien, die weltweit intensiv erforscht werden", heißt es weiter. Dazu gehören unter anderem die Quantenkommunikation und -verschlüsselung, die Quantenteleportation und auch das Quantenrechnen, das letztendlich zu einem Quantencomputer mit völlig neuen Fähigkeiten führen soll. Der Wolf-Preis zählt heute zu den angesehensten Wissenschaftsauszeichnungen weltweit, viele Geehrte wurden auch mit dem Nobelpreis bedacht. Unter den Preisträgern für Physik finden sich etwa Stephen Hawking, Roger Penrose oder der aus Österreich stammende US-Wissenschafter Victor Weisskopf. Die Ehrung für die diesjährigen Preisträger findet im Mai 2010 durch den Israelischen Staatspräsidenten in der Jerusalemer Knesset statt. Gestiftet wurde der Preis von Ricardo Wolf im Jahre 1976. Zeilinger wurde 1945 in Ried im Innkreis (OÖ) geboren und studierte in Wien Physik. Er hatte Professuren am Massachusetts Institute of Technology (MIT), an der Universität München, der Technischen Universität (TU) Wien, der Universität Innsbruck, der Universität Melbourne und am College de France (Paris) inne und führte Forschungsarbeiten im Los Alamos National Laboratory (USA) und am Merton College der Oxford University durch. Seit 1999 ist er Professor für Experimentalphysik an der Universität Wien und seit 2004 wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Der Experimentalphysiker Rudolf Grimm (49) ist Österreichs "Wissenschafter des Jahres 2009". Diese Auszeichnung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten wurde dem an der Uni Innsbruck lehrenden wissenschaftlichen Leiter des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Dienstag in Wien überreicht. Mit der Auszeichnung wollen die Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten vor allem das Bemühen von Forschern würdigen, ihre Arbeit und ihr Fach einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen und damit das Image der österreichischen Forschung zu heben. In Kooperation des Klubs mit dem Office of Science and Technology (OST) an der österreichischen Botschaft in Washington wird der "Wissenschafter des Jahres" zudem zu einem Vortrag in die US-Hauptstadt eingeladen. Grimms Arbeiten - darunter weltweit viel beachtete, bahnbrechende Experimente - drehen sich um die Phänomene Bose-Einstein-Kondensat (BEC), Superfluidität und Supraleitung. Im Zustand des BEC verlieren Teilchen bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt quasi ihre Identität und beginnen im Gleichmarsch zu funktionieren. Auch bewegen sich die Teilchen völlig widerstandslos, also ohne Reibung. BEC wird als völlig eigener Zustand der Materie - neben gasförmig, fest oder flüssig - angesehen. Neben zahlreichen Publikationen in Top-Journalen wie "Nature" oder "Science" kümmert sich Grimm aber auch um die Nachwuchspflege. So organisierte er etwa die Innsbrucker Sommerschule für Physik-Studenten. Die Auszeichnung "Wissenschafter des Jahres" haben bisher u.a. die Allergieforscherin Fatima Ferreira (2008), der mittlerweile verstorbene Literaturwissenschafter Wendelin Schmidt-Dengler (2007), der Philosoph Konrad Paul Liessmann (2006), die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb (2005), der Mathematiker Rudolf Taschner (2004), der Immunologe Josef Penninger (2003) und die Mikrobiologin Renee Schroeder (2002) erhalten.
Grimm kann nicht nur auf eine wissenschaftliche Karriere zurückblicken: Bevor er seine Forschungsergebnisse zur ultrakalten Quantenmaterie in den Fachzeitschriften "Nature" und "Science" publizierte, füllte er als Gitarrist der Punk-Band "Bärchen und die Milchbubis" Anfang der 1980er Jahre die "Bravo".
mehr People…
|
People Österreich: Meistgelesen
Bleyleben-Koren geht per Ende JuniJetzt ist es fix: Elisabeth Bleyleben-Koren geht per Ende Juni in Pension. Ihre... |
Kommentare… Kommentar hinzufügen…