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Oscar-reif: Michael Haneke, Christoph Waltz, Christian Berger

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02.02.2010 | 14:47

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Oscar-reif: Michael Haneke, Christoph Waltz, Christian Berger

Bei der 82. Oscar-Verleihung, die am 7. März in Hollywood über die Bühne geht, haben gleich drei österreichische Künstler Chancen auf die wichtigste Trophäe der Filmwelt.

Francois Duhamel/Universal Studi/Universal Studios Duhamel

Christoph Waltz

Facts

Die Konkurrenz von Waltz, Haneke und Berger
Nominierungen für den "Besten nicht-englischsprachigen Film"

- "Das weiße Band", Regie: Michael Haneke (Deutschland)
- "Ajami", Regie: Scandar Copti and Yaron Shani(Israel)
- "El Secreto de Sus Ojos", Regie: Juan José Campanella (Argentinien)
- "The Milk of Sorrow", Regie: Claudia Llosa (Peru)
- "Un Prophète", Regie: Jacques Audiard (Frankreich)

Nominierungen für den "Besten Nebendarsteller"

- Christoph Waltz für "Inglourious Basterds"
- Matt Damon für "Invictus"
- Woody Harrelson für "The Messenger"
- Christopher Plummer für "The Last Station"
- Stanley Tucci für "The Lovely Bones"

Nominierungen für "Beste Kamera"

- Christian Berger für "Das weiße Band"
- Mauro Fiore für "Avatar"
- Bruno Delbonnel für "Harry Potter and the Half-Blood Prince"
- Barry Ackroyd für "The Hurt Locker"
- Robert Richardson für "Inglourious Basterds"

Nicht nur Regisseur Michael Haneke und Schauspieler Christoph Waltz wurden für den Oscar nominiert, auch Hanekes Kameramann Christian Berger steht auf der offiziellen Nominierungs-Liste.

Haneke ist mit der österreichisch-deutsch-französisch-italienische Koproduktion "Das weiße Band", die bereits die Goldene Palme in Cannes sowie den Golden Globe gewinnen konnte, im Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film. Waltz, der ebenfalls zuvor in Cannes und bei den Golden Globes erfolgreich war, hat mit seiner Darstellung eines sadistisch-charmanten SS-Mann in Quentin Tarantinios Film "Inglourious Basterds" Chancen, zum Besten Nebendarsteller gekürt zu werden. Die größte Überraschung dagegen ist Christian Bergers Nominierung für seine brillante Kameraarbeit bei "Das weiße Band".

Im vergangenen Jahr war mit Götz Spielmanns "Revanche" ebenfalls ein Film eines österreichischen Regisseur für einen Auslands-Oscar nominiert. 2008 ging der Oscar in dieser Kategorie an den Österreicher Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher").

Das 3-D-Science-Fiction-Abenteuer "Avatar" und "The Hurt Locker" haben am Dienstag jeweils neun Oscar-Nominierungen erhalten, darunter beide für den Besten Film. Zu den weiteren Streifen, die in der Hauptkategorie nominiert sind, zählen "Up in the Air", "The Blind Side", "Precious", "District 9", "Up", "A Serious Man", "Inglourious Basterds" (mit insgesamt acht Nominierungen, darunter jene für Waltz) und "An Education."

Als "Bester Schauspieler" wurden Jeff Bridges in "Crazy Heart", George Clooney in "Up in the Air", Colin Firth in "A Single Man", Morgan Freeman in "Invictus" sowie Jeremy Renner für "The Hurt Locker" nominiert. Chancen auf den Titel der besten Schauspielerin haben Sandra Bullock für "The Blind Side", Helen Mirren in "The Last Station", Carey Mulligan für "An Education", Gabourey Sidibe in "Precious" sowie Meryl Streep für "Julie & Julia". Für Streep ist es bereits die sechzehnte Oscar-Nominierung.

Bisher 116 Oscar-Nominierungen für Österreicher

 

Insgesamt 113 Mal sind Österreicher bisher für einen Oscar nominiert gewesen, am heutigen Dienstag kamen durch Regisseur Michael Haneke, Kameramann Christian Berger und Schauspieler Christoph Waltz gleich drei neue Nominierungen dazu. 33 Mal hat es tatsächlich für eine der goldenen Statuetten gereicht. Am erfolgreichsten war der in Österreich geborene Billy Wilder, der im Verlauf seiner Karriere sechs Oscars gewann und 1988 auch mit dem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Vor zwei Jahren triumphierte Regisseur Stefan Ruzowitzky mit seinem KZ-Drama "Die Fälscher" beim Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

1986 war Wolfgang Glücks "38" bereits für einen Auslands-Oscar nominiert, in den vergangenen Jahren waren Hubert Sauper mit "Darwin's Nightmare" (Kategorie Dokumentarfilm, 2005) und Virgil Widrich 2001 für seinen Kurzfilm "Copy Shop" im Oscar-Rennen. Zuletzt durfte sich im vergangenen Jahr Götz Spielmann mit seinem Spielfilm "Revanche" Chancen auf die Auszeichnung für den besten fremdsprachigen Film ausrechnen. Allein Stefan Ruzowitzky hatte in jüngster Zeit auch die Gelegenheit, in seiner Dankesrede an Persönlichkeiten wie Billy Wilder, Fred Zinnemann und Otto Preminger zu erinnern, die einst von den Nazis aus Österreich vertrieben worden waren.

Den ersten Oscar überhaupt für einen der vertriebenen Österreicher gab es laut dem Nachschlagewerk "Österreicher in Hollywood" (Filmarchiv Austria) durch Max Steiner 1935. Er zeichnete für die Filmmusik in "The Informer" verantwortlich. Ein Jahr später wurde Paul Muni als Bester Hauptdarsteller in "The Story of Louis Pasteur" geehrt. In dieser Kategorie war nach ihm nur noch Maximilian Schell 1961 mit seiner Hauptrolle in "Judgement at Nuremberg" an der Spitze. Fred Zinnemann schaffte 1951 das, was Sauper nicht und auch vorher und nachher keinem Österreicher mehr gelungen ist: Er holte sich für "Benjy" den Dokumentarfilm-Oscar.

Zinnemann zählt neben Sam Spiegel insgesamt zu den erfolgreichsten "Österreichern", was Academy Awards anbelangt. Er gewann 1953 auch den Oscar für die Beste Regie für "From Here To Eternity" und 1966 als Produzent und Regisseur von "A Man Of All Seasons". Ebenfalls bei vier Oscars hält Spiegel, der 1954 mit "On The Waterfront", 1957 mit "The Bridge On River Kwai" und 1962 mit "Lawrence Of Arabia" für den Besten Film ausgezeichnet wurde sowie 1964 einen "Lifetime Achievement Award" (Oscar für das Lebenswerk) zugesprochen bekam.

An Billy Wilder kommt aber keiner heran. 1945 bis 1960 erhielt der Regisseur sechs Oscars, drei davon für "Das Apartment" (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch). Nahe an der Statuette war 1986 übrigens nicht nur Wolfgang Glück, sondern auch der Schauspieler Klaus Maria Brandauer: Er war als Bester Nebendarsteller in Sydney Pollacks "Out Of Africa" nominiert, musste jedoch Don Ameche für seine Rolle in "Cocoon" den Vortritt lassen. Vier Jahre zuvor hatte Brandauer für Aufsehen bei der Verleihung gesorgt, weil er auf die Bühne gestürmt war, um "seinem" Regisseur Istvan Szabo zum Oscar für den Besten ausländischen Film ("Mephisto") zu gratulieren.

(APA)

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