von Christoph Pridun, Alexander Pfeffer | 04.02.2010 | 14:38
Gier und Angst sind die Krisentreiber
Vortrag: Finanzexperte Dirk Herrmann spricht beim Breakfast Briefing
Das Business Circle-Duo Gerhard Pichler (li.) und Romy Faisst eröffnen mit Dirk Herrmann die Breakfast Briefing-Reihe
Wien. Sein Archiv ist 40 Tonnen schwer, umfasst 50.000 Zeitungen und Magazine und geht 100 Jahre zurück - Dirk Herrmanns Analysen sind nicht zuletzt deshalb gewichtig. Der Business-Consultant sprach im Rahmen des Breakfast Briefings vor 150 Managern über das Verhalten von Anlegern im Kontext von Finanzkrisen.
„Die Weltwirtschaft erlebt etwa alle fünf bis sieben Jahre eine Krise und alle 20 bis 30 Jahre eine Mega-Krise. Das muss wohl so sein, jedenfalls seit 400 Jahren ist es nachweislich immer so gewesen", dozierte Herrmann.
In Summe hat Herrmann über 90 Krisen analysiert, die alle für sich die Welt verändert haben. In den meisten Fällen waren laut Herrmann Gier und Angst die wichtigsten Treiber. Und er beteuert: „Anlageentscheidungen werden oft nur zu 10 Prozent mit dem Kopf und zu 90 Prozentmit dem Bauch getroffen. Die Masse der Anleger kauft Finanztitel häufig zu spät und verkauft diese zu früh. Wer seine Anlageentscheidungen von diesem Herdentrieb entkoppeln kann, ist nicht selten auf der Gewinnerseite."
Die beste Absicherung vor Fehlinvestitionen sieht Herrmann in einer breiten Streuung nach möglichst unterschiedlichen Anlageklassen und Regionen und im „Cost Average", dem regelmäßigen Zukaufen von Positionen in kleinen Tranchen über die Zeit.
Unter den Teilnehmern des Breakfast Briefings fanden sich unter anderen Horst Bergmann (RZB), Alexander Löwenstein (Malik Management Zentrum), Erich Kandler (Deloitte), Alfred Mair (Oberlandesgericht Wien), Wilhelm Rasinger (IVA), Lukas Stipkovich (Royal Bank of Scotland), Wolfgang Viehauser (Hypo Investmentbank), Oliver Zenz (GrECo) sowie die Gastgeber Romy Faisst und Gerhard Pichler (Business Circle).
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