Rund 350.000 Gänse werden dieser Tage in Österreich gebraten. Feinschmecker greifen für Qualität und artgerechte Haltung mittlerweile gerne tiefer in die Tasche.
Hintergründe
Die Gans, der Heilige Martin und die Sache mit Rom
Warum essen wir am Tag des Heiligen Martin Gans? Angeblich hat dieser befohlen Gänse zu schlachten, weil sie ihn in der Einsamkeit störten. Das ist zweifelhaft. Plausibler ist, dass das Ganslessen auf einen keltischen Brauch zurückgeht. Am 11.11. (unserem heutigen Martini-Tag und dem keltischen Winterbeginn) wurde die Gänseherde bis auf ein paar Zuchtexemplare geschlachtet. Eine volkstümliche Herleitung des Martinigansl-Essens bezieht sich auf den 11.11. als Hauptzinstag - die Gans eins Zinsbeigabe. Die Kelten freilich hielten Gänse zudem als Wachtiere, wie auch die Römer. Bei ihnen bewachten sie als heilige Tiere der Juno das Kapitol in Rom. 387 v. Chr. versuchten Gallier das Kapitol einzunehmen, die Römer wurden von den schnatternden Gänsen alarmiert. Seither wurden Gänse in Rom verehrt und Hunde einmal im Jahr gekreuzigt. Der Tag der Juno soll übrigens der Valentinstag sein. (vorm)
Weidegänse
1992 wurde mit dem Ausbau der Weidegänse-Produktion im Rahmen des Landwirtschaftskammer-Projekts Weidegans auf der Mühlviertler Alm begonnen. Mittlerweile ist dieses Projekt weit über Oberösterreich hinaus gewachsen. 188 Projekt-Betriebe in ganz Österreich produzieren in zehn regionalen Erzeugerringen über 26.000 Gänse. Kamen Anfang der 90iger Jahre nur knapp fünf Prozent der verkauften Gänse aus Österreich, sind es derzeit rund 20 Prozent - Tendenz weiter steigend. (ris)
Eisenstadt. Den Gänsen geht`s ab jetzt an den Kragen: Rund 350.000 Gänse werden rund um den Martinstag und Weihnachten hierzulande verspeist. 80 Prozent der Tiere werden aus Frankreich und Ungarn, wo wie auch in Israel noch das Stopfen der Tiere erlaubt ist, importiert.
Der Trend geht allerdings in Richtung artgerecht gehaltener Tiere. So kommen heuer allein rund 75.000 österreichische Weidegänse, die auch Gras gut verdauen können, auf den Tisch. „Das Interesse d...
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