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Backhausen webt am künftigen Erfolg

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von Ursula Rischanek/Niederösterreich | 18.10.2009 | 12:08

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Backhausen webt am künftigen Erfolg

Waldviertler Traditionsbetrieb feiert 160. Geburtstag - Qualität, Innovationen und die Verknüpfung mit Kunst sieht Firmenchef Reinhard Backhausen als Erfolgsrezept für die Vergangenheit, aber auch die Zukunft.

WB/Mayr

Stichwort

Cradle to cradle
Ziel dieses Konzeptes, das der deutsche Verfahrenstechniker und Chemiker Michael Braungart gemeinsam mit Universitätsprofessor William McDonough entwickelt hat, sind hochprofitable Produkte, deren Bestandteile in biologischen sowie technischen Nährstoffkreisläufen zirkulieren können und so die immer geringer werdenden weltweiten Ressourcen schonen.
In den Niederlanden etwa soll 2012 die erste Stadt nach dem Cradle to Cradle-Konzept leben, 2025 der gesamte Staat. Am 9. März 2010 findet in Wien der erste Cradle to Cradle-Kongress statt, den Backhausen in seiner Funktion als Präsident der heimischen Textilindustrie gemeinsam mit der ÖGUT und dem Österreichischen Gewerbeverein organisiert.

Hoheneich. „Wir setzen einfach die Tradition fort", fasst Reinhard Backhause, Geschäftsführer der Backhausen interior textiles GmbH, das Erfolgsrezept des Waldviertler Unternehmens zusammen. Seit der Gründung 1849 sei immer Wert auf hochwertige Qualität und Zusammenarbeit mit Künstlern gelegt worden - dies gelte bis in die Gegenwart. Von Kolo Moser über Hans Hollein und Ernst Fuchs bis zu Peter Kogler spannt sich der Bogen der Künstler, die sich Gedanken zum Design von Dekor- und Möbelstoffen gemacht haben. Damit verwoben wird noch die Innovationskraft: „Wir waren immer ein Pionier für neue Wege und Entwicklungen", betont Backhausen.

So sei der erste Stoff mit dreidimensionalem Faltenwurf genauso wie der erste flammhemmende Stoff in Hoheneich produziert worden. Jetzt sind es eben die ersten flammhemmenden Stoffe nach dem Cradle to Cradle-Prinzip. „Wiederverwertbarkeit wird angesichts der Frage der Ressourcenschonung immer wichtiger", sagt Backhausen.

Viele Visionen

Das sind noch nicht alle Visionen des Firmenchefs, der mit der Smart Textiles Plattform einen Schulterschluss zwischen der Textil- und der Elektroindustrie erreichen will. „Für meine Firma habe ich die Vision von farbverändernden Stoffen", sagt Backhausen, gleichzeitig auch Präsident der heimischen Textilindustrie. Vorstellen könne er sich aber auch Stoffe, die beispielsweise Körperdaten des Trägers in Notfällen an einen Arzt übermitteln würden.

Visionen wie diese sind laut Backhausen eine wesentliche Möglichkeit, den Produktionsstandort Europa gegen andere Mitbewerber wie Asien abzusichern. „Wir müssen kreativ sein, sonst haben wir keine Chance", ist er überzeugt. In der Billigschiene sei das Rennen bereits verloren, im Qualitätsbereich hingegen stünden die Chancen gut. Auch Marktnischendenken, ein Superservice und die Möglichkeit, in kleinen Mengen zu produzieren, würden den Textilproduktionsstandort Europa absichern.

"Es geht aufwärts"

Die Wirtschaftskrise sei auch in Hoheneich spürbar: Vor allem in den USA und im arabischen Raum seien die Umsätze spürbar zurück gegangen - „insgesamt sind es zehn Prozent". Er sei zwar nicht ganz sicher, den Umsatz des Vorjahres (15,2 Millionen €) erreichen zu können, die Zeichen stünden jedoch gut. „Wir spüren bei den Aufträgen, dass es aufwärts geht", ist Backhausen zuversichtlich. Die Umsatzeinbrüche würden unter anderem durch Kosteneinsparungen ausgeglichen - an eine Verlagerung der Produktion ins Ausland habe er nie gedacht: „Viele der 160 Mitarbeiter sind bereits in der dritten oder vierten Generation bei uns. Und wir wollen das Know How nicht verlieren".

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