von Karl Leitner | 25.11.2009 | 16:29
„Wir werden den Weg des Wachstums beibehalten“
Andreas Klauser rückt in wenigen Tagen zum weltweiten Markenverantwortlichen für Case IH- und Steyr Traktoren auf. Im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt erläutert er seine Pläne und Ziele.
Andreas Klauser, neuer weltweiter Chef von Steyr Traktoren und CASE IH: „Haben die Krise mit flexiblen Arbeitszeitmodellen geregelt“
Hintergrund
Zur Person
Andreas Klauser ist seit 19 Jahren bei CNH tätig. Vor dem Aufstieg ins Topmanagement des im Eigentum der Fiat-Gruppe stehenden Konzerns mit Sitz in Racine/Wisconsin war der gebürtige Mollner Europachef für die Marken Case IH und Steyr. Hier hat sich Klauser vor allem im Auf- und Ausbau des Osteuropa-Geschäfts verdient gemacht.
WirtschaftsBlatt: Sie werden ab 30. November innerhalb des CNH (Anm. Case New Holland) -Konzerns die weltweite Verantwortlichkeit für die Marken Case IH und Steyr haben. Wieso ist die Wahl auf Sie gefallen?
Andreas Klauser: CNH ist Teil des Fiat-Konzerns. Fiat-Chef Sergio Marchionne hat mich eingeladen, diesen Job zu machen, weil er auf Kontinuität setzt. Ich war schon bisher Europa-Verantwortlicher für diese beiden Marken, weshalb er mir zugetraut hat, das künftig auch weltweit zu machen.
Was ändert sich für Sie ?
Einerseits kommen eine Menge neuer Länder dazu, für die ich verantwortlich bin. Andererseits werde ich künftig als CEO auch die Vertriebsverantwortlichkeit für Produkte haben, die bisher nicht in meinem Portfolio waren - etwa Kaffee- und Baumwollerntemaschinen. Der gesamte von mir verantwortete Umsatz steigt von 1,3 auf rund fünf Milliarden Euro jährlich.
Was sind Ihre Ziele als neuer Case IH-Präsident?
Ich möchte den Weg des weltweiten Wachstums beibehalten. Noch fehlende Produkte sollen raschest möglich für die Kunden - sprich Vertiebspartner - bereitgestellt werden. Zusätzlich soll das weltweite Vertriebsnetz gestärkt werden.
Soll die Marke Steyr bei Traktoren künftig weltweit Fuß fassen?
Nein. Ich glaube, da muss man realistisch bleiben. Wir sind jetzt mit Steyr in zehn europäischen Ländern vertreten und gut etabliert. Wir wollen vorerst nicht darüber hinaus expandieren. In den bestehenden Märkten soll die Marke gestärkt werden.
Wo wird künftig Ihr Büro sein ?
Ich werde sowohl im Traktorenwerk St. Valentin als auch in der Konzernzentrale in Racine/Wisconsin ein Büro haben.
Apropos St. Valentin: Wie läuft die Produktion im Krisenjahr 2009?
Wir konnten uns leider dem Trend der Gesamtbranche nicht entziehen und werden in St. Valentin heuer rund 2000 Traktoren der Marken Case IH und Steyr weniger herstellen als 2008.
In Zahlen heißt das ?
Es werden rund 9500 nach 11.500 im Jahr davor. Der Umsatz wird nicht in dem Ausmaß sinken - ich erwarte rund 1,2 Milliarden €. Das Positive ist aber, dass wir im Vergleich zu 2007 immer noch vorne liegen. Zudem ist es gelungen, mit der Marke Steyr die Markführerschaft in Österreich zu verteidigen.
Ist der Produktionsrückgang mit Kurzarbeit oder Personalabbau verbunden?
Ich bin stolz darauf, dass wir trotz Krise keinen einzigen der 670 Mitarbeiter in St. Valentin kündigen mussten. Es gibt auch keine Kurzarbeit. Wir haben die Krise mit flexiblen Arbeitszeitmodellen geregelt.
Wie ist die Prognose für 2010?
Es gibt bereits wieder Lichtblicke. Vor allem in Osteuropa sehen wir eine Trendwende. Auch die skandinavischen Länder kommen zurück. Was uns hilft ist, dass die Bauern in ganz Europa effizienter werden wollen und modernisieren. Neue Technologien, die wir anbieten, werden für sie damit interessanter. Ich rechne damit, dass der Umsatz im nächsten Jahr wieder um drei bis fünf Prozent steigen wird.
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