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Traiskirchen verliert Traditionsunternehmen

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17.12.2009 | 17:41

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Traiskirchen verliert Traditionsunternehmen

Semperit schließt am Freitag nach 113 Jahren sein Werk in Traiskirchen. Bis Mitte 2010 werden noch Abbau- und Aufräumarbeiten durchgeführt.

WB/Tanzer

Traiskirchen. Nach 113 Jahren wird der Semperit-Standort in Traiskirchen (Bezirk Baden) geschlossen: Morgen, Freitag, gehen die Produktionsmitarbeiter zu ihrer letzten Schicht ins Werk. Lediglich rund 30 der 195 Beschäftigten werden noch bis Ende Juni 2010 mit Abbau- und Aufräumarbeiten beschäftigt sein, teilte Alfred Artmäuer, Arbeiterbetriebsratsvorsitzender der Semperit Reifen GmbH am Donnerstag mit.

Bereits 2002 hatte der Reifenhersteller Continental die Reifenfertigung am Standort eingestellt, im Juni dieses Jahres wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass mit Jahresende auch die Mischungsherstellung eingestellt wird. Die Schließung sei mit der weltweiten Wirtschaftskrise und dem damit verbundenen, sinkendem Absatz an Reifen argumentiert worden.

Laut der Aussendung wäre es jedoch falsch, davon auszugehen, dass die Schließung "abzusehen" war. Semperit hätte auch nach der Bekanntgabe der Schließung der Reifenfertigung im Jahr 2001 Gewinne erwirtschaftet, so Artmäuer. Selbst die kleine Mischungsherstellung, die nach 2002 weiterbestand, wäre "hoch profitabel" gewesen und hätte jährliche Bilanzgewinne ausgewiesen.

Bereits im Jahr 1994 war die Forschung- und Entwicklungsabteilung in Traiskirchen geschlossen worden. Einen ersten Schließungsversuch des Werks durch den damaligen Vorstandsvorsitzenden von Grünberg 1996 konnte der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky abwenden. Fünf Jahre später, 2001, stand erneut ein Schließungsauftrag bevor, obwohl die Semperit damals kein Sanierungsfall war und mit Gewinn bilanzierte. Damals hätte dies "die Regierung mit dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nicht interessiert", so der Arbeiterbetriebsrat, der auch betonte, dass es nicht mehr genügen würde Gewinne zu schreiben, sondern vielmehr zähle, "dass die Gewinnzahlen zweistellige Prozentsätze ausweisen".

(APA)

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