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Die Pleite der Bio-Lebensmittelhandelskette Livit gefährdet 76 Arbeitsplätze

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von Kid Möchel | 18.12.2008 | 21:33

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Die Pleite der Bio-Lebensmittelhandelskette Livit gefährdet 76 Arbeitsplätze

Die Bad Haller Bima Handels GmbH, besser bekannt unter der früheren Bezeichnung Livit, hat sich völlig verkalkuliert. Laut KSV1870 hat Livit rund 13,86 Millionen € Schulden angehäuft.

dpa

Die Bio-Lebensmittelhandelskette Livit, die am 4. Dezember 2008 still und leise in Bima Handels GmbH umgetauft wurde, hat einen veritablen Konkurs hingelegt.

Auffälligkeiten im Livit-Konkurs

Laut Petra Wögerbauer vom KSV1870 in Linz betragen die Schulden von Livit 13,86 Millionen €, davon entfallen 6,62 Millionen € auf „Stille Gesellschafter", rund 1,38 Millionen € auf Banken und 982.000 € auf Lieferanten. Auffällig an dem Livit-Konkursantrag ist auch, dass der Posten „sonstige Verbindlichkeiten" mit 344.000 € beziffert wird und der Posten „Schadenersatzansprüche" mit 2,92 Millionen €.

Auf der Seite der Aktiva schaut es laut KSV1870 eher düster aus. Der Buchwert der Aktiva wird mit 2,22 Millionen € beziffert, das freie Vermögen von Livit beträgt aber nur 204.181 €.

Gründe für Livit-Pleite

Die Ursache für die Pleite von Livit wird im Konkursantrag auf „die globale Weltwirtschaftssituation" und auf Liquiditätsmangel bei der Privatkundschaft in Sachen „teurer Bio-Lebensmittel" zurückgeführt. Zugleich sei der weitere Ausbau der Biolinien bei den großen Handelsketten Livit „auf den Kopf gefallen".

Doch das dürfte nur die halbe Wahrheit sein. Denn zwischen den Zeilen kann man im Konkursantrag eine „zu schnelle Expansion" als eigentliche Pleite-Ursache für Livit herauslesen.

Im Februar 2005 startete die Bio-Kette Livit, die ihr „Headquarter" in Bad Hall hat und mittlerweile sechs Standorte in Wels, Linz, Bad Hall, St. Pölten und Wien mit 76 Mitarbeitern unterhält, mit der ersten Livit-Filiale.

Der Business-Plan von Livit gab laut Konkursantrag vor, „dass eine kostendeckende Betreibung der eingerichteten Management-Ressourcen ein Filialnetz von zumindest acht bis zehn Livit-Filialen österreichweit vorsieht". Die Anlaufverluste sollten zwei bis drei Jahre dauern.

Livit-Filialen haben prognostizierte Zahlen nicht erreicht

„Die Umsätze von Livit sind laufend gestiegen, dass der Break-Even noch nicht erreicht wurde, war kalkulatorisch vorgesehen und eingeplant", heißt es im Konkursantrag. „Es kam dann Ende 2006 zur nächsten Filialgründung in Wien. Bis Mitte 2007 haben sich die Umsatzzahlen svon Livit ehr positiv entwickelt und lagen über Plan." Doch es kam anders.

Laut Konkursantrag hat es sich bereits Ende 2007 abgezeichnet, „ dass es Schwierigkeiten beim Erreichen des prognostizierten Break-Evens gibt". Daraufhin wurden die Filialgründungen „hinausgezogen".

Trotzdem hat man 2008 beschlossen, „dass Livit-Filialnetz zu erweitern". Im Herbst 2008 wurde die zweite Livit-Filiale in Wien eröffnet. Doch schon ab Mitte 2008 war anscheinend klar, dass die angepeilten Umsatzzahlen nicht erreicht werden können. Zur gleichen Zeit sollen Sanierungsbemühungen wie Kostenstraffung und Standort-Reduktion gescheiterte sein.

„Sämtliche Berechnungen haben jedoch ergeben, dass der Turnaround nicht mehr erreicht werden kann und eine Fortführung zu weiteren Ausfällen führen würde", heißt es im Livit-Konkursantrag weiter.

Nun hofft die Bima Handels GmbH beziehungsweise Livit, dass der deutsche Bio-Lebensmittelgroß- und Einzelhändler Denree „eventuell zwei Standorte in Wien und Linz" in Form eines Asset-Deals übernimmt. Zugleich versucht Livit frisches Kapital aufzutreiben.

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