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"Wir werden uns auf unsere Kernmärkte konzentrieren"

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von Karl Leitner/Oberösterreich | 10.01.2010 | 11:15

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"Wir werden uns auf unsere Kernmärkte konzentrieren"

Entsorger AVE wurde von der Krise kalt erwischt. Es gibt fast keine Gewinne. Energie AG-Chef Leo Windtner nennt im WirtschaftsBlatt-Interview die Gründe und spricht über die Zukunft der Firma.

WB/Peroutka

Energie AG-Chef Leo Windtner: „Krise hat uns vor allem in Österreich und in Deutschland getroffen“

Zur Person

Leo Windtner
Leo Windtner, 59, ist seit 1994 Chef der Energie AG. Durch Akquisitionen im In- und Ausland sowie Internationalisierung hat Windnter in dieser Zeit einen Konzern mit fast 6000 Mitarbeitern und 1,8 Milliarden € Umsatz aufgebaut. Einer der Wachstumstreiber war zuletzt die AVE, die aus 65 Firmen besteht, in denen 4000 Mitarbeiter beschäftigt sind.

WirtschaftsBlatt: Die Konzern-Tochter AVE hat im Vorjahr nach Jahren mit teils zweistelligen operativen Gewinnen eine Fast-Null beim Betriebsergebnis geschrieben. Was war los ?
Leo Windnter: Wir haben das schwierigste Jahr seit Jahrzehnten erlebt. Das gilt für die AVE wie für den Energie AG-Konzern. Das Budget für 2008/09 (Anm.: das Geschäftsjahr endet am 30. September) wurde im Sommer 2008 aufbauend auf den guten Zahlen der Jahre davor gemacht. Einen Monat danach kam Lehman.

Wie hat sich die Krise ausgewirkt ?
Wir hatten Rückgänge bei Strom, Gas und bei der Entsorgung. Wir haben sofort reagiert und etwa das Beschaffungsmanagement auf neue Beine gestellt. Zusätzlich wurde die Holding umgebaut. Bei der AVE verzeichneten wir aber kriseninduziert einen dramatischen Verfall bei den Preisen für Gewerbemüll. Es gab ein gewaltiges Mengen- und Preisproblem, das das Ergebnis in Summe mit 20 Millionen € negativ beeinflusst hat. In Summe blieben beim Ebit 300.000 €.

Wie kam das ?
Ein Beispiel: Der Preis für Kaufhauspapier ist von 173 € pro Tonne auf 28 € gefallen. Bei 640.000 Tonnen Papier pro Jahr, die wir mit der AVE entsorgen, wirkt sich das entsprechend aus. Dasselbe gab es bei Altmetallen und -folien.

Hat es die AVE in allen neun Ländern, in denen sie tätig ist, gleichermaßen erwischt oder gab es Ausreißer ?
Die Krise hat uns vor allem in Österreich und Deutschland getroffen. In Osteuropa war der Verlauf unterschiedlich. Tschechien etwa hat sich sehr gut entwickelt. Auch in der Ukraine haben wir gut abgeschnitten, was vor allem damit zusammenhängt, dass wir dort viel im Kommunalbereich tätig sind.

Moldawien und Rumänien, so heißt es, sind negativ.
Das sind sehr kleine Märkte. In Rumänien setzen wir fünf Millionen € um - zum Vergleich: Die gesamte AVE erzielte im Vorjahr 343 Millionen € Umsatz.

Wie geht es weiter ?
Der Wachstumspfad der AVE wird sicher fortgesetzt. Wir werden uns auf unsere Kernmärkte Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn konzentrieren. Neue Märkte wird es vorläufig nicht geben. Es gibt genug Potenzial auf den bestehenden - und da vor allem in Osteuropa. Wir haben dort bereits 2300 Kommunen unter Vertrag und wollen weitere gewinnen. Vor allem in Ungarn und in der Ukraine wollen wir uns verdichten. Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen rechne ich 2009/10 damit, dass die AVE wieder ein deutlich positives Betriebsergebnis schreiben wird. Budgetiert sind 18,8 Millionen €, was einem Siebentel des budgetieren Energie AG-Konzernergebnisses in Höhe von 128 Millionen entspricht.

Was hat es mit den angeblichen Problemen bei Aufbereitung von Kunststoffpellets für die Voest auf sich ?
Es gibt da technische Probleme, weshalb ich mich in Kürze mit Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder treffen werde.

Die Probleme sollen 60 Millionen € schwer sein .... ?
Das ist eine reine Phantasiezahl, die in keinster Weise der Realität entspricht. Das hat irgend jemand ausgerechnet - und damit nur eine Fehlzahl errechnet.

Eine abschließende Frage an den ÖFB-Präsidenten: Was halten Sie davon, dass die Bundesliga künftig nicht mehr im Free TV zu sehen ist ?
Das ist Sache der Liga. Im ÖFB haben wir den Grundsatz, dass jeder österreichische Zuschauer das Nationalteam sehen soll. Ich hoffe, dass Einigkeit hergestellt wird und Rapid ins Boot geholt wird.

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