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Brand in der Linz Textil aus Rache gelegt

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10.01.2010 | 20:59

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Brand in der Linz Textil aus Rache gelegt

Den Großbrand in der Linz Textil in der Nacht auf Samstag dürfte ein entlassener 25-jähriger Mitarbeiter aus Rache gelegt haben.

Der Festgenommene bestreitet die Tat zwar, die Beweislast ist aber erdrückend: Auf Videoaufnahmen vom Firmengelände ist eine Person zu erkennen, die dem Verdächtigen verblüffend ähnelt und über ein Tor klettert. Daran konnte Blut sichergestellt werden, der Mann wies eine frische Schürfwunde auf und in seiner Wohnung entdeckte die Polizei eine zerrissene Hose. Details wurden am Sonntag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bekanntgegeben.

"Samstagabend hat sich eine schlagartige Wendung ergeben", berichtete Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Der 25-Jährige war bereits in den frühen Morgenstunden befragt worden. Als er am Abend erneut zur Polizei gerufen wurde, wurde er mit den Indizien konfrontiert, es klickten die Handschellen. Nach dem ersten Großbrand Ende Oktober vergangenen Jahres und dem folgenden Feuer Mitte Dezember hatte das Unternehmen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, dazu gehörte ein striktes Rauchverbot. Der nunmehrige Tatverdächtige, für den die Unschuldsvermutung gilt, hielt sich nicht daran und wurde entlassen.

In den Einvernahmen habe der Mann zwar zugegeben, aus Unmut über die Geschäftsleitung das Firmengelände betreten zu haben, um einen Stapler zu beschädigen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Linz, Rainer Schopper. Er sei aber wegen einer ihm unbekannten Person geflüchtet. Mitarbeiter, die in der Nacht Dienst versahen, hätten aber keinen Betriebsfremden gesehen. Einen ersten Hinweis auf eine mögliche Brandstiftung lieferte der Schichtleiter bereits unmittelbar nach Ausbruch des Feuers: Er sah noch, dass anfangs nur eine Viskosepalette in Flammen stand, konnte sie aber nicht mehr löschen.

Nachdem die Feuerwehr ihre Arbeiten beendet hatte, sei in dem Bereich gezielt nach Ursachen geforscht worden, erklärte Lißl. Am Nachmittag habe man mit Sicherheit ausschließen können, dass der Brand durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde. Durch die enge Zusammenarbeit von Firmenleitung und Polizei sei man auf den Verdächtigen gestoßen, so der Sicherheitsdirektor. Schopper kündigte für die kommenden Tage weitere Untersuchungen an, u.a. eine DNA-Analyse. Man gehe zwar derzeit davon aus, dass die ersten beiden Großbrände durch technischen Defekte ausgelöst wurden, ermittle aber auch hier erneut.

Das Feuer am 20. Oktober war in einem Kartonlager ausgebrochen, Teile des Daches stürzten ein. Der Schaden belief sich auf 200.000 Euro. Beim folgenden Brand am 14. Dezember entzündeten sich Viskosegarne und Verpackungsmaterialien, die 800 Quadratmeter große Halle brannte völlig nieder. Ware im Wert von zwei Millionen Euro wurde vernichtet, der Gebäudeschaden machte drei Millionen aus. Die beim dritten Feuer in einer 2.000 Quadratmeter großen Halle angerichtete Schadenssumme dürfte laut Christian Puchner von der Berufsfeuerwehr Linz in etwa gleich hoch sein.

 

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