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Gut Guggenthal geht an Wiener Makler-Promis

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von Michael J. Mayr/Salzburg | 01.07.2009 | 11:16

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Gut Guggenthal geht an Wiener Makler-Promis

Das Verkehrsbüro hat die ungeliebte Immobilie Guggenthal bei den Familien Wlaschek und Humer angebracht. Was die Promis dort vorhaben, bleibt vorerst ein Rätsel.

WB/Michael J. Mayr

Die neuen Herren von Gut Guggenthal dürfen nebst denkmalgeschützten Bauruinen 92 ha in Bestlage ihr Eigen nennen

Facts

Chronik
1272 Der Weiler “guck ins thal“ taucht urkundlich auf.

1860 Die Brauersfamilie Weickl saniert die Kirche und baut eine Villa, einen Bierkeller und ein Gasthaus. Architekt ist Valentin Ceconi, seinerzeit ein Star.

1870 Die oö. Dynastie Hatschek kauft nach Weickls Tod Guggenthal und ersetzt die Brauerei durch ein Baustoff-Werk.

2001 Das Verkehrsbüro (ÖVB) nimmt dem Wiener Hatschek-Erben Peter Strache das Areal ab mit dem Plan eines Luxusferiendorfs um 44 Millionen €.

2003/04 ÖVB-Chef Rudolf Tucek wird abgelöst und sein Feriendorf-Projekt begraben.

2005 Das ÖVB sucht Käufer für Guggenthal. Nach drei Jahren sind sie gefunden.

Koppl. Gut Guggenthal endet doch nicht als Leiche im Verkehrsbüro-Keller. Vor einem Jahr musste Österreichs grösstes Tourismusunternehmen dies noch befürchten - nun aber darf man sich an der Wiener Dresdner Strasse die Hände reiben. „Wir haben lange gesucht und sind schlussendlich fündig geworden", meint Verkehresbüro-General Harald Nograsek gegenüber dem WirtschaftsBlatt.

Die 92 Hektar grosse Liegenschaft rund um den denkmalgeschützten Weiler Guggenthal am Fusse des Salzburger Gaisbergs je zur Hälfte gekauft haben zwei Wiener Immobilienunternehmen mit illustrem Hintergrund: Das eine gehört Christian Humer (39), Sohn von Ex-Palmers-Chef Rudolf Humer, das andere Thomas Hönigsberger (44) Er ist Schwiegersohn und rechte Hand des greisen Immobilien-Tycoons und Billa-Gründers Karl Wlaschek. Über den Kaufpreis wird geschwiegen. Nograsek: „Wir sind ganz zufrieden damit." Vor acht Jahren hatte das Verkehrsbüro für Guggenthal 13 Millionen € hingeblättert.

Geheim sind auch die neuen Pläne der Astropa Immobilienverwertungs GesmbH. „Dazu gibt es eine Informationssperre", meint eine Hönigsberger-Sprecherin. Auch bei der Osmond Holding in der Hinterbrühl ist man bei der Frage kurz angebunden. Herr Humer sei auf Urlaub, wer anderer dürfe nichts sagen, lautet die Antwort. Die Planer sind ebenfalls sehr schweigsam. Architekt Hubert Czernin jun. aus Wien geht beim Thema Guggenthal erst gar nicht ans Telefon, und Thomas Zacher von der Aton Generalplanungs GesmbH in Hietzing vertröstet: „Es ist zu früh, etwas zu sagen." Von einer Ferienimmobilie, wie sie das Verkehrsbüro vorgesehen hatte, über Wohnprojekte bis zu einem Produktionsbetrieb sei vieles möglich, meint Zacher. „Wir evaluieren in alle Richtungen."

„Das macht nervös"

Dem Bundesdenkmalamt ist die Geheimniskrämerei der neuen Guggenthal-Herren zuviel. Landeskonservator Ronald Gobiet hat sie jetzt schriftlich aufgefordert, sich zu deklarieren. „Wir können ansgesichts des Verfalls der wertvollen Substanz nicht länger zuschauen. Das Verkehrsbüro hat früher wenigstens Witterungsschäden geflickt. Jetzt tut keiner mehr was. Das macht uns nervös", sagt Gobiet.

In der Guggenthal-Gemeinde Koppl stösst man ins selbe Horn. „Die Käufer wollten sich schon vor Langem bei uns vorstellen und Details liefern. Darauf warten wir immer noch", kritisiert Amtsleiter Matthias Bahngruber.

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