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Salzburg AG will Preis für Solarstrom halbieren

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von Michael J. Mayr/Salzburg | 09.12.2009 | 16:47

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Salzburg AG will Preis für Solarstrom halbieren

Die Salzburg AG sagt dem Kostentreiber Silizium bei der Photovoltaik den Kampf an. Ziel ist Solarstrom zum halben Preis. Die Sache klingt vielversprechend.

wild&team

Salzburg AG-Chef Arno Gasteiger und Doppler-Laborleiter Herbert Dittrich sprechen von „Photovoltaik-Revolution“

Facts

40 Millionen €
Die Salzburg AG ist Österreichs größter Solarstrom-Erzeuger. Mit 13 Anlagen, davon acht in Deutschland, speist er soviel Sonnenenergie in öffentliche Netze wie kein anderes EVU. Auch die investierten 40 Millionen € sind Österreich-Rekord. Eine Vier-Mann-Stabstel­le treibt die Projekte voran.

Salzburg. Der Salzstein, den Professor Herbert Dittrich bei der Präsentation im Christian-Doppler-Labor der Uni Salzburg sichtlich stolz in die Kameras hielt, war nicht größer als seine Hand. Doch der kleine kristalline Klumpen könnte zum Meilenstein der Stromgewinnung aus Sonnenenergie werden. Laborleiter Dittrich verspricht dies. „Die Dünnschichtmaterialien aus Sulfosalzen wandeln das Sonnenlicht wesentlich stärker in Strom um als Silizium. Das heißt, das neue Halbleitermaterial macht Photovoltaik um die Hälfte billiger", sagt Dittrich.

Wann die „Photovoltaik-Revolution" serienreif ist, kann der Forscher nicht sagen. Derzeit ist man über den Prototypenbau nicht hinaus: „Wir stehen noch am Beginn. Das ist Geduldsarbeit. Aber es kann auch sehr schnell gehen." Die Entwicklung sei so interessant, dass es 2011 einen eigenen Photovoltaik-Weltkongress dazu gäbe. Dittrich: „Für mich ist das wie ein Lottosechser. Wir dringen da erstmals in die dominierende Silizium-Allianz ein."

Einen Großabnehmer hat der Inhaber des Sulfosalz-Weltpatents schon an der Hand: Die Salzburg AG, Österreichs größter Solarstromanbieter , unterstützt Dittrichs siebenköpfiges Forscherteam mit 650.000 €. Zudem bringt der Solar-Pionier eigene Manpower ein. „Wir sind von der Photovoltaik überzeugt als jener erneuerbaren Energie, die langfristig den größten Anteil am weltweiten Strombedarf leisten wird", meint Salzburg AG-Chef Arno Gastiger. Der zweite Projekt-Sponsor, der Autozulieferer Chemetall aus Arnoldstein in Kärnten, stellt das Rohmaterial bereit.

Sulfosalze sind sehr komplexe Chalkogenide. Die Salzburger Tüftler haben den natürlichen Mineralstoff für die Stromgewinnung entdeckt. Die Energieausbeute sei ebenbürtig zu Silizium und anderen gängigen Konkurrenzprodukten, behauptet Doppler-Laborchef Dittrich. Zum Beweis garniert er die Pressekonferenz mit einem Prototypen-Experiment. Eine einzige Sulfosalz-Solarzelle treibt die Zahl am Display des Messgeräts kräftig in die Höhe. Die voraussichtliche Lebensdauer der neuen Paneele von 15 bis 20 Jahren ist ebenfalls mit Silizium-Anlagen vergleichbar.

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