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Pagitsch weckt mit Betriebshort den Nachbarort

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von Michael J. Mayr/Salzburg | 12.01.2010 | 12:51

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Pagitsch weckt mit Betriebshort den Nachbarort

In Wien und Salzburg wird Rupert Pagitsch für seinen Betriebskindergarten mit Ehren überhäuft; daheim im Lungau dagegen verleidet man ihm die Pioniertat.

hauch andreas

Betriebshort-Pionier Rupert Pagitsch (re.) kriegt’s kalt-warm

Tamsweg/Mariapfarr. In Wien und Salzburg wird Rupert Pagitsch aus Tamsweg für seinen Betriebskindergarten mit Ehren überhäuft; daheim im Lungau dagegen verleidet man ihm die Pioniertat. Die Gemeinden machen ihm Konkurrenz. „Nachdem ich gezeigt gabe, wie sehr's längere Öffnungszeiten braucht, zieht man überall nach und will mir keine Unterstützung mehr geben", kritisiert Österreichs führender Stuckateur. Vor allem Mariapfarr wurde durch den Betriebshort im Nachbarort aufgeweckt. „Wir haben jetzt nachmittags drei Stunden länger offen. Damit ist kein Kind von uns mehr bei Pagitsch. Wir zahlen ihm auch nichts mehr", bestätigt Amtsleiter Peter Bauer.

Erfolgsfaktor

Rupert Pagitsch denkt trotz der Querelen nicht ans Zusperren seines Kinderlands. Es sei ein echter Erfolgsfaktor geworden. „Ich hab damit sechs ganz tolle Mitarbeiterinnen gewonnen. Und die Kinder bringen gute Stimmung ins Haus", meint der Unternehmer und zweifache Vater aus Tamsweg. Fünf Profi-Kindergärtnerinnen betreuen ganzjährig von 6.30 bis 19 Uhr mehr als dreissig Sprösslinge ab zwei Jahren. Den Anstoss zum ersten Betriebskindergarten im Land Salzburg hatte eine AMS-Umfrage unter Lungaus Müttern gegeben. Ihr grösstes Anliegen war ein zeitgemässer Kinderhort. Pagitsch griff's auf und öffnete sein Kinderland - auch auf Wunsch der Bürgermeister - für alle im Bezirk. Die Ministerien für Arbeit und Wirtschaft sowie das Land Salzburg verliehen ihm dafür Sonderpreise.

Umsätze bröckeln

Der 48-jährige frühere Strabag-Akkordarbeiter, der seit 1995 Österreichs grössten Betrieb für Boden- und Wandheizungen aufgebaut hat (mit 180 Mitarbeitern an sieben Standorten), bekommt's freilich auch im täglichen Geschäft kalt-warm. Die Investitionsflaute liess 2009 die Umsätze um zehn Prozent bröckeln auf 16,6 Millionen €. 2008 hatte Pagitsch noch um 11,2 Prozent zugelegt.

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