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Ein Uni-Preis, der an die erste Dekanin erinnert

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von Andreas Kolb/Steiermark | 08.02.2010 | 16:10

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Ein Uni-Preis, der an die erste Dekanin erinnert

Mit dem Ursula-Hendrich-Schneider-Preis werden nicht nur Wirtschafts-Dissertationen gewürdigt, sondern auch das Lebenswerk der ersten Dekanin der Uni Graz.

WB/Peroutka

Die Preisträgerinnen Bernadette Loacker (li.) und Manuela Weller

Facts

Die Auszeichnung
Drei Kriterien muss eine Dissertation erfüllen, um mit dem Ursula-Hendrich-Schneider-Preis ausgezeichnet zu werden: Die Arbeit muss mit einem breiten gedanklichen Spektrum die Grenzen von wissenschaftlichen Disziplinen überschreiten. Weiters muss es sich um eine kreative, eigenständige Bearbeitung innovativer Frageansätze handeln und schließlich geht der qualitative Forschungsansatz vor Quantität.

Graz. Zum ersten Mal wurde gestern in Graz der Ursula-Hendrich-Schneider-Preis für Dissertationen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vergeben. Die Preisverleihung war vom Geist der Namensgeberin der Auszeichnung, der vor einem Jahr verstorbenen ersten Dekanin der Universität Graz, Ursula Hendrich-Schneider geprägt, die gestern ihren Geburtstag gefeiert hätte.

Hendrich-Schneider war bekannt dafür, in ihren Schriften Disziplinen zu verbinden und innovative Wege zu beschreiten. Die Leiterin des Instituts für Internationales Management war Mitglied des Föhrenberg Kreises, einem Diskussionszirkel von Unternehmern, Politikern und Universitätslehrern. „Sie war nie eine Verfechterin des Mainstreams", charakterisiert sie Berndorf-Hauptaktionär Norbert Zimmermann.

Nichts gelernt

Zimmermann selbst ließ es sich nicht nehmen, seinen Festvortrag zur „Krise und was sie uns lehren könnte - und warum sie es nicht getan hat" „so zu halten wie Ursula Hendrich-Schneider es getan hätte". Es sei falsch, die ganze Schuld an der Krise den Finanzmärkten zuzuschieben. „Jeder hat Schuld, auch der so genannte kleine Mann, der nicht mit dreieinhalb Prozent Eckzinssatz zufrieden war und spekuliert hat." Gelernt sei nichts geworden, glaubt der Berndorf-Eigentümer. „Die Banken haben wieder genug Liquidität, aber diese geht nur in neue Spekulationen." Langfristig würden wohl Europa und Nordamerika an Wohlstand verlieren, Länder wie Brasilien oder China würden die Gewinner sein, ist Zimmermann überzeugt.

Ehefrauen in KMU

Der Ursula-Hendrich-Schneider-Preis wurde heuer geteilt. Je 3000 € gehen an Bernadette Loacker für ihre Arbeit „Ethos von Künstlern - Leitbild der postfordistischen Arbeitswelt" und Manuela Weller für ihre Untersuchung „Ich bin einfach reingewachsen". Letztere beschäftigt sich mit der sozialen Position von Ehefrauen in klein- und mittelständischen Familienbetrieben - trotz der Wichtigkeit ein kaum erforschtes Feld.

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