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„Ich wollte nur dem Fußball helfen“

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von Andreas Kolb | 07.02.2012 | 18:37

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„Ich wollte nur dem Fußball helfen“

Prozess. Magna-Boss Frank Stronach sagte gestern im Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten des Fußballclub Sturm Graz, Hannes Kartnig, aus und entlastete diesen.

APA/Leodolter

Auf Kilometergeld verzichtete der aus Kanada als Zeuge nach Graz angereiste Frank Stronach, weil es der Richter nicht dem österreichischen Fußball spenden konnte

Graz. Um eine Million €, die der frühere Magna-Chef Frank Stronach 2004 dem finanziell angeschlagenen Fußballklub SK Sturm als Darlehen zur Verfügung gestellt hatte, ging es gestern im Prozess gegen Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig und sieben weitere angeklagte frühere Sturm-Funktionäre am Grazer Straflandesgericht.

„Werkzeugmacher", untertrieb der als Zeuge geladene Stronach bei der Frage von Richter Karl Buchgraber nach seinen Beruf. Das Darlehen sei an Sturm über seine Sportvermarktungsfirma SMI geflossen, erinnerte sich Stronach.

„Fußball ist kein Geschäft, es war mir bekannt, dass Sturm wie viele andere Vereine knapp mit dem Geld ist", sagte der Ex-Magna-Boss weiter. Und Kartnig habe ihm das Geld nicht herausgelockt: „Es war mein Anliegen, dass Sturm nicht in den Konkurs geht. Ich wollte dem österreichischen Fußball helfen."

Option für Spielertransfers

Als Sicherheit habe die SMI das Recht bekommen, bis zu sechs Spieler von Sturm abzuziehen und an andere Vereine vermitteln zu können. Tatsächlich sei auch ein Spieler so von Sturm zur Wiener Austria gekommen. Damit habe er, Stronach, aber persönlich nichts zu tun gehabt: „Ich war nicht involviert, aber gute Manager wollen sich immer absichern."

Für Heiterkeit sorgte die Aussage des Richters, „Sie wissen ja, was ein Konkurs ist, das haben Sie ja oft genug miterlebt". Darauf Stronach irritiert: „Nein." Richter Buchgraber korrigiert: „Als Geschädigter, meine ich natürlich."

Ein Wunder

Er habe nicht damit gerechnet, das Darlehen an Sturm zurückzuerhalten, erklärte Stronach. „Aber es hätte ja ein Wunder geben und Sturm in der Champions League aufsteigen können."

Ob er das Darlehen auch gegeben hätte, wenn er gewusst hätte, dass bei Sturm im großen Stil Abgaben ­hinterzogen wurden, wollte Staatsanwalt Johannes Winklhofer von Stronach, der aus Kanada angereist war, wissen. „Auf keinen Fall. Ich mache keine Geschäfte mit Firmen oder Vereinen oder Personen, die so etwas ­machen, ich würde keine ­Illegalitäten unterstützen", versicherte Stronach. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

 

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