Dienstag, 09. Februar 2010 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Bwin will Monopol über das Ausland aushebeln

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Bernhard Fischer | 20.10.2008 | 15:51

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Bwin will Monopol über das Ausland aushebeln

In Bayern entscheidet das Oberlandesgericht zugunsten von Bwin, in Italien erweitert der Online-Anbieter die Produktpalette um das Pokerspiel.

dpa/A3430 Bernd Thissen

Im Monopol-Streit mit den Casinos Austria bringt bwin die Kugel neu ins Rollen

Spielprobleme

Rund ein Prozent der heimischen Bevölkerung hat ein Spielproblem, 84 Prozent davon an Automaten, fast 50 Prozent im Casino. Rund zehn Prozent zocken online. Ein Prozent ergeht sich in Börsenspekulationen.

Hohe Spielerschulden

Insgesamt 84 Prozent der Spieler sind infolge ihres Glücksspiels im Schnitt mit 46.458 € verschuldet. Das entspricht dem 33-fachen des durchschnittlichen Monats-Nettoeinkommens. Das ergab eine Studie aus 2007 des Instituts für Suchtprävention „pro mente“ unter 888 Probanden.

Auch wenn es Bwin bislang nicht geglückt ist, das ­österreichische Glücksspiel-Monopol mit Hilfe des ­Europäischen Gerichtshofs zu kippen, kann der Online-Anbieter auf weitere ­Teil­­erfolge im europäischen Ausland verweisen.

Bayern und Italien

Die bayerischen Behörden etwa sind in der Sache flotter: Bwin hat in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht Recht bekommen. Als Inhaber einer Gewerbegenehmigung sei es für den Glückspielanbieter „unzumutbar", bis zur letztinstanzlichen Entscheidung keine Internet-Wetten anbieten zu dürfen.
In Italien geht Bwin im ­europaweiten Streit um Glücksspiel-Konzessionen weiter auf Konfrontation. Dort hat Bwin erstmals Online-Poker ins Angebot aufgenommen. Eine neue Software ermöglicht zudem, dass künftig bis zu 200.000 Spieler gleichzeitig an den virtuellen Tischen Platz nehmen können. Das ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die dadurch den Spielerschutz unterminiert sehen. Der Vorwurf: Keiner habe den Überblick, wer am Tisch sitze. So könnten vom Betreiber Spieler eingeschleust werden, die nicht um „echtes" Geld spielen und durch die höhere Risikobereitschaft andere Spieler über den Tisch ziehen.

Scheinheiligkeit

Indes erhält Bwin Rückendeckung vom ehemaligen Generalanwalt des EuGH, Siegfried Alber, der eine gewisse Scheinheiligkeit ortet: „Die meisten EU-Länder argumentieren ihre Monopole mit dem Schutz vor Spielsucht." Es würden aber viele staatliche Anbieter durch „Aufklärungsarbeit" indirekt für Glückspiele werben und damit sehr wohl auch Geld verdienen. Dass die Bewerbung von Glücksspiel ein einträgliches Geschäft ist, glaubt auch Google: Nach vier Jahren des hausinternen Verbots führt der Suchmaschinenanbieter erstmals wieder Glücksspielwerbung auf seinen ­Internetseiten ein.

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

mehr Wien…

Umfrage

Welche Partei vertritt die Interessen der Wiener Wirtschaft am ehesten?
mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • Mega-Shopping

    Österreichs größte Shopping-Center

    Einkaufen

    Wem Österreichs Konsumenten...

  • BEIG
    Teuer

    Die wertvollsten Marken Österreichs

    Bilderbox
    Lohn-Vergleich

    71 Städte im Vergleich: Wo die...