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MAN stärkt Standort Wien - Rheinmetall mit an Bord

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12.01.2010 | 14:02

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MAN stärkt Standort Wien - Rheinmetall mit an Bord

Der deutsche Lkw-Hersteller MAN stärkt den Standort für Militär-Lastwagen im 23. Wiener Gemeindebezirk. MAN hat gemeinsam mit dem deutschen Autozulieferer und Militärausrüster Rheinmetall das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV) gegründet, um künftig den geänderten Kundenwünschen besser gerecht zu werden. In asymmetrischen Bedrohungsszenarien wie in Afghanistan oder Irak gibt es keine klaren Frontlinien mehr, daher verwischen auch die Unterschiede zwischen Versorgungsfahrzeugen und taktischen, gepanzerten Lkw. MAN bringt seine Erfahrung bei der Produktion hochgeländegängiger Lastwagen ein, Rheinmetall wiederum seine Expertise mit Panzerungen. In den nächsten fünf Jahren sollen 15 Mio. Euro in den Standort Wien investiert werden.

An der neuen Gesellschaft mit Sitz in München wird Rheinmetall mit 51 Prozent und MAN Nutzfahrzeuge mit 49 Prozent beteiligt sein. Das Vorhaben steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden. Der Standort Wien mit seinen 1.000 Mitarbeitern bleibt erhalten und profitiert von der erweiterten Kompetenz durch die Kooperation mit Rheinmetall, so Wolfgang Schirmer, Vorstand MAN Nutzfahrzeuge Österreich am Dienstag im Gespräch mit der APA. Rheinmetall ist der "Haus- und Hoflieferant" der deutschen Bundeswehr und stellt unter anderem den Transportpanzer Fuchs her. Außerdem ist er an den beiden deutschen Mega-Rüstungsprojekten, dem Rad-Transportpanzer "Boxer" und dem Ketten-Schützenpanzer "Puma" beteiligt.

Mit dem deutschen Mitbewerber KMW arbeitet Rheinmetall an der Entwicklung eines gepanzerten Klein-Lkw zum Soldatentransport, vergleichbar mit dem vom Österreichischen Bundesheer neu angeschafften Iveco LMV und dem bereits im Einsatz befindlichen "Dingo" auf Basis des Mercedes Unimog. An dieser Entwicklung des "armoured multi-purpose vehicle" (AMPV) ist künftig auch MAN beteiligt. Der Krieg in Afghanistan und dem Irak, der von den Aufständischen in erster Linie mit Minen und Bombenfallen geführt wird, hat zu einem riesigen Boom bei gepanzerten Geländewagen und Lkw geführt. Zum einen werden Lastwagen mit gehärteten Fahrgastkabinen angeboten, zum anderen sogenannte "mine resistent ambush protected vehicles" (MRAP) zwischen 12 und 28 Tonnen. Marktführer ist hier der britische Rüstungskonzern BAE mit dem RG 31, 32, und 33.

In einem ersten Schritt planen Rheinmetall und MAN die Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten beider Unternehmen auf dem Gebiet der militärischen Radfahrzeuge unter dem Dach der neuen Gesellschaft zusammenzuführen, die damit die Produkt- und Marktverantwortung übernimmt. In einem zweiten Schritt werden bis Ende 2011 auch die Produktionskapazitäten beider Unternehmen in den Werken Kassel (Rheinmetall) und Wien (MAN Nutzfahrzeuge) in dem Gemeinschaftsunternehmen integriert. In der ersten Stufe werden bei RMMV rund 370 Mitarbeiter beschäftigt sein. Nach Abschluss des zweiten Schritts sind es zirka 1.300 Mitarbeiter, die einen erwarteten Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaften. Die Verantwortung für die Entwicklung und den Bau von gepanzerten Kettenfahrzeugen und Turmsystemen bleibt bei der Rheinmetall Landsysteme GmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Rheinmetall AG.

Derzeit ist das MAN-Werk in Wien noch mit einem Großauftrag über 7.200 Lkw der britischen Armee beschäftigt. Außerdem werden Lkw für das Bundesheer, die Bundeswehr, die dänische Armee und für den Nahen Osten gefertigt. Die Preisspanne reicht bei MAN-Militär-Lkw von gut 60.000 Euro für einen 4*4-"Standard"-TGM (den auch das heimische Heer einsetzt) bis hin zu einem 800.000 Euro teuren gepanzerten 8*8-Lkw der SX-Baureihe mit Sonderaufbauten. Preistreiber sind der teure Panzerstahl und die aufwendige Fertigung, damit die Lastwagen auch im schwierigen Gelände mit Kettenfahrzeugen Schritt halten können. Der britische Großauftrag läuft 2012 aus, dann hofft Schirmer auf Aufträge aus Australien, Kanada und Südafrika.

Rheinmetall erwirtschaftet mit seinen rund 20.000 Beschäftigten in den Sparten Defence und Automotive einen Jahresumsatz von rund 3,4 Mrd. Euro, davon 1,9 Milliarden Euro im Defence-Geschäft. Die MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG mit Sitz in Steyr umfasst als österreichische Tochtergesellschaft der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe die Geschäftseinheit Leichte/Mittlere Reihe in Steyr und die Einheit Sonderfahrzeuge in Wien. In beiden Werken beschäftigt MAN rund 4.000 Mitarbeiter, der Umsatz im Jahr 2008 betrug 1,89 Milliarden Euro.

(APA)

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