
|
Dialog-backdrop Hauptbahnhof: Teure Sanierung von Umwelt-AltlastenUnter den Trümmern des Südbahnhofs liegt laut Umweltministerium noch hochgiftiges Material verborgen. Gleisschotter, Kriegsrelikte und Bodenkontaminationen von mehreren Metern Tiefe dürften die Projektverantwortlichen des neuen Wiener Haupt- und ehemaligen Südbahnhofs noch intensiv beschäftigen. Betroffen sei vor allem das Areal des ehemaligen Frachtenbahnhofs und angeschlossene Werkstätten, „das ist der am stärksten verunreinigte Bereich", sagt Porr Umwelttechnik-Geschäftsführer Franz Steinnacher. In einer Stellungnahme des Umweltministeriums zur Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) des Infrastrukurminsteriums (BMVIT) ist von „erheblichen Untergrundkontaminationen" die Rede. Porr ist für die Entsorgung und allfällige Sanierung von Altlasten auf dem Bahnofsgelände zum größten Teil zuständig. Steinnacher schätzt die Entsorgungskosten allein für diesen betroffenen Bereich auf fünf Millionen €. Die gesamten Freimachungskosten des Geländes - darin sind auch die Sanierungskosten enthalten - betragen laut ÖBB rund 65 Millionen €. Am Gesamtprojekt sind Porr sowie der Baukonzern Strabag beteiligt. Lückenhafte Angaben Der Hintergrund: Die ÖBB Infrastruktur Bau AG hat beim BMVIT einen Antrag auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die Errichtung des neuen Wiener Hauptbahnhofs eingebracht. Dem Umweltministerium wurde vom BMVIT die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) zum Projekt übermittelt, das Umweltbundesamt hat dazu die Stellungnahme im Auftrag des Umweltministeriums verfasst. Darin wird vor allem der Bereich Abfall stark bemängelt. So seien die „Unterlagen unübersichtlich strukturiert", der „Detaillierungsgrad der Abfallmengen schwankt stark" und „Angaben zur Verwertung und Entsorgung sind lückenhaft". Darüber hinaus würden „Angaben zu Abfallarten und -mengen nicht erwähnt" und „es wäre zu erläutern, ob mit ,speziellen Entsorgungsbetrieben‘ befugte Sammler und Behandler vorgesehen sind". Die ÖBB beruft sich auf einen „eisenbahnrechtlichen" Genehmigungsbescheid, worin auch alle Auflagen zur Altlastensanierung enthalten seien. ÖBB-Sprecherin Alexandra Kastner fügt hinzu: „Sollten sich im Zuge der Aushub- und Fundierungsarbeiten weitere Altlasten ergeben, wird sich die ÖBB entsprechend darum kümmern." Damit eine sanierungsbedürftige Altlast aber auch als solche aufscheint, müsse zuerst eine Verdachtsflächenmeldung des Wiener Landeshauptmanns an den Umweltminister ergehen. Erst dann kann der Minister das Umweltbundesamt und im Anschluss den Landeshauptmann mit weiteren Prüfungen beauftragen, erklärt Experte Franz Buchebner aus dem Umweltministerium. Die Laufzeit solcher Prüfverfahren dauert laut Umweltbundesamt bis zu drei Jahre, was eine erhebliche Projektverzögerung bedeuten würde. Auch die Wiener Gewässermanagement GmbH, die üblicherweise diese Verdachtsflächen untersucht, hat bis heute keinen Auftrag erhalten. Dabei seien Bahnhöfe „ihrer Natur nach verdächtig", sagt Geschäftsführer Martin Jank. „Beim Areal des Nordbahnhofs haben wir diese Untersuchungen durchgeführt." mehr Wien…
|
UmfrageWelche Partei vertritt die Interessen der Wiener Wirtschaft am ehesten?Wien im Fokus: Top-Artikel
Grossnigg holt Nobel-Seidenhaus Fabric Frontline nach WienIm Vorjahr ist Grossnigg bei der Fabric Frontline Zurich AG eingestiegen, jetzt wird... Unternehmen Österreich: Meistgelesen
Unger Steel baut auf niedrigen StahlpreisenUnger Steel expandiert ungebrochen weiter - auch dank niedriger Stahlpreise. In Afrika... |
Kommentare… Kommentar hinzufügen…